Cocooning kann kommen :-)

genussvolles Cocooning wird stategisch geplant :-)
genussvolles Cocooning wird stategisch geplant :-)

   

Cocooning ist ein gesellschaftlicher Trend, der Mitte der 90er Jahre formuliert wurde und bis heute anhält: der Rückzug ins eigene Heim und die Aufwertung des Zuhause. 

  

Jetzt erhält diese Strömung eine völlig neue Bedeutung durch einen drohenden „Hausarrest“. Anders als bei unseren Südtiroler Kolleg*innen können wir uns vorbereiten. 


Und wieder zahlt es sich aus, dass ich auf viele mentale Methoden, v.a. aus dem NLP. zurückgreifen kann, die in Krisen einfach Gold wert sind. 

  

Dazu gehört, die Rahmenbedingungen akzeptieren zu können und Innerhalb dieser gut für sich und seine Mitmenschen zu sorgen.

 

Zuerst habe ich mich gefragt, was ich ganz grundsätzlich brauche, damit es mir gut geht und mir dann überlegt, wie kann ich das auch in einer möglichen Quarantäne ausleben?


Damit behalte ich ein gutes Stück Kontrolle über mich und mein Wohlbefinden, was gerade in Zeiten, in denen äußere und scheinbar unkontrollierbare Umstände das gesamte Leben beeinflussen, sehr wichtig ist.


Vielleicht sind ja ein paar Anregungen für dich dabei?

  

Wie wird aus Hausarrest ein Cocooning? 

mit Familie und Freunden zusammensein

Soziale Beziehungen sind gerade in schwierigen Zeiten sehr wichtig. Warum also sich nicht regelmäßig zum virtuellen Kaffee- oder Bier-Trinken treffen? Denn worum geht es bei dem Zusammensein? Um Austausch, Spaß haben, Erlebnisse und Erfahrungen teilen. Verabreden kann man sich also weiterhin!

 

Vielleicht ist an dieser Stelle der Hinweis hilfreich, dass jetzt eine gute Gelegenheit ist, mit denjenigen, mit denen man womöglich viel Zeit auf engem Raum verbringen wird, Frieden zu schließen, falls man sich gerade im Streit befindet.

Online-Kneipe bei zoom einrichten

 

  

Yoga sorgt für Entspannung

Natürlich kann ich auch zu Hause Yoga üben - ich habe alles, was ich brauche ... Matte, Klötze etc. Doch ohne Anleitung raffe ich mich selten auf. Wie gut, dass ich seit 2 Jahren zusätzlich zum normalen Yogakurs noch in einer Online-Yoga-Schule bin und dort regelmäßig Stunden besuche. Ist super und damit kann ich eine Hausarrest-Zeit locker überbrücken.

Yoga-Online-Haus

  

  

Meditieren gibt Kraft

Das ist für mich in allen herausfordernden Lebensphasen sehr wichtig und wirkungsvoll. Meist morgens und abends lasse ich mich von der App „Serenity“ anleiten. Darauf werde ich besonderen Wert legen.

  

  

Bewegung sorgt für Wohlbefinden 

Bewegung ist ein sehr wichtiger Faktor für Entspannung und allgemeines Wohlbefinden. Wie ich das beibehalten kann, überlege ich noch. Auf jeden Fall werde ich weiterhin meine morgendliche 5-Minuten-Fitness Challenge machen, die ich bei „Udemy“ gefunden habe und die meinen Kreislauf richtig in Schwung bringt. Vielleicht dann 2x am Tag.

  

   

Statt an der Isar im Wald spazieren gehen

Die Isar ist mein absoluter Lieblingsort und den werde ich wirklich vermissen. Ohne Hund wird es kein richtiges Argument für das Draußensein geben. Also entweder noch schnell einen Hund anschaffen (Scherz!!!) oder die Natur irgendwie nach Hause holen. 


Da fällt mir (noch) nichts gescheites ein, außer: auf Youtube kann man sich Spaziergänge angucken, z.T. 1:30 Std. lang durch den Wald gehen. Man hört nur das Knirschen auf dem Waldboden, Vögelgezwitscher, sieht Bäume und Felder aus der Perspektive, als wäre man selbst unterwegs. Diesen virtuellen Waldspaziergang, werde ich auf jeden Fall! mal machen und zwar mindestens eine halbe Stunde.

Spaziergang im Wald

  


Corona nicht das gesamte Denken bestimmen lassen   

Alles dreht sich nur noch um Corona, die Auswirkungen und die schlimmen Konsequenzen. Jedes Gespräch wird davon beherrscht. Das tut gut, weil man dadurch Sorgen teilen kann. Auf der anderen Seite tut mir diese Dominanz in meinem Kopf nicht gut. 

  

Daher informiere ich mich nur noch punktuell (2-3x am Tag) und gezielt über den aktuellen Stand. Eilmeldungen habe ich abgestellt. Soziale Medien versuche ich so wenig wie möglich zu nutzen und im Freundeskreis reden wir bewusst auch über andere Dinge. 



Für interessante Freizeit-Aktivitäten jenseits von Fernsehen sorgen 

Unser Haus-Chor wurde bereits jetzt gecancelt. Was schade ist, denn da gehen wir ja nicht raus. Aber gut. Dann könnte man es so machen wie die Italiener: sich zu einer bestimmten Uhrzeit verabreden und aus den Fenstern singen. Blöd, dass unser Chorleiter in einem anderen Viertel wohnt.

 

Lesen ist dank eReader und eBooks überhaupt kein Problem. 

 

Grandios finde ich, dass sich völlig neue tolle Möglichkeiten auftun! Z.B. öffnen die Museen für virtuelle Rundgänge. Da kann ich mal einen Nachmittag im British Museum oder im Guggenheim-Museum in New York verbringen. 
12 Museen, die jetzt virtuell geöffnet haben

 

Und abends kann ich mich schön anziehen und die Wiener Staatsoper besuchen, die jetzt Online-Vorstellungen anbietet. Auch andere Konzert-Häuser öffnen ihre Online-Türen, z.B. die Elb-Philharmonie.

Zu den Vorstellungen der Wiener Staatsoper

 

  

Kopf-Reisen durch die Welt

Auch wenn das Reisen im Kopf natürlich kein echter Ersatz ist, so lässt es die Enge überwinden, die entstehen kann, wenn ein Thema vorherrschend ist. Vorfreude ist zudem nachweislich ein wichtiger Wohlfühlfaktor. Also werde ich ganz bewusst für später Reisen planen. Und das etwas sinnlicher als sonst: nämlich nicht nur Infos und Routen zusammenstellen, sondern auch mit Musik, Filmen und Essen (wenn noch möglich) vorab reisen.

 

  

Kochen und gut essen

Abgesehen davon, dass Kochen (meist) absolute Entspannung bedeutet, ist jetzt Zeit, neue Rezepte auszuprobieren und kreativ ohne Verschwendung aus Grundnahrungsmitteln richtig coole Gerichte zu zaubern. Auch eine Herausforderung, die Freude macht.

 

  

Zuversicht und Kreativität in existenziellen Fragen üben

Für viele ist ja nicht das Daheimbleiben müssen das Problem, sondern dass die wirtschaftliche Existenz massiv bedroht ist.  Gerade Selbständige ohne Arbeitnehmer-Rechte haben es grad sehr schwer. 


Doch dort, wo eine Mini-Chance ist, kann man sie ergreifen. Z.B. Haareschneiden vom Partner unter fachmännischer Anleitung des Friseurs via Skype ... hmmmm ... ?

 

Vielleicht könnte man Ideenbörsen ins Leben rufen, denn für andere ist man ganz oft viel kreativer als für sich selbst?! 


Generell hilft auch hier eine kühle Kalkulation und ein klarer Plan für verschiedene Szenarien. Wo kann ich sparen, wie lange halten die finanziellen Reserven, wo kann ich Geld locker machen, beantragen ... . 

 

Da mir Unabhängigkeit extrem wichtig ist, gehört zu meinem Lebensentwurf schon immer, dass mein Partner und ich völlig schuldenfrei leben und (bei etwas reduziertem Lebensstandard) etwa ein Jahr finanziell überbrücken können - eigentlich hatten wir da an ein Sabbatical oder an den Notgroschen bei einer schweren Erkrankung gedacht. Jetzt entlastet dieses Konzept natürlich sehr. Hilft aber nichts, wenn das bei anderen grad anders ist. Das wäre dann eher eine Option für die Zukunft.


Dadurch dass ich seit Jahren fast nur noch online arbeite, bin ich wirtschaftlich gerade nicht unmittelbar betroffen - eher im Gegenteil. Allerdings ist mir bewusst, dass sich das mittelfristig völlig ändern kann. 


Angst habe ich jedoch keine, weil mir da meine unerschütterliche Zuversicht zur Seite steht. Und die nähre ich kontinuierlich, indem ich immer das Positive suche (und finde), bewusst feiere, wenn ich Hindernisse überwunden habe oder mit Kreativität aus einer Notlage herausgekommen bin. Wenn ich scheinbar mal wieder Glück habe, frage ich mich, was mein Beitrag dazu war. Dies und noch mehr füttern meine Zuversicht - eine der wichtigsten Ressourcen überhaupt!

 

 

Mit diesen Ideen, wie ich eine längere Zeit ausschließlich zu Hause verbringen kann, verliert ein möglicher „Hausarrest“ den Schrecken und Cocooning gewinnt an Attraktivität. Also: nicht nur den Hausputz, das Auszumisten und die Aufarbeitung von Liegengebliebenem planen, sondern viel Wert auf das soziale und kulturelle Leben legen. 

 

 

Auf ein genussvolles Cocooning - oder: "alles wird gut", wie unsere italienischen Freunde jetzt sagen!

 

Zum Abschluss ein wunderbares Kinderbuch, das ich wiederentdeckt habe und das die Essenz dieses Artikels - viel schöner - wiedergibt. Viel Vergnügen bei Frederik, der Maus.

Auf Youtube vorgelesen

 

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Susi Schraishuhn (Mittwoch, 01 April 2020 11:49)

    Liebe Iris, vielen Dank für deinen tollen und positiven Beitrag zum Thema Cocooning. Ich habe ihn teilweise mit Schmunzeln, aber auch mit Aha-Effekten gelesen. Da mein Ehemann zur Zeit auf Rehabilitation ist und ich ihn nicht besuchen darf, die "Kinder" bereits aus dem Haus und die Schüler meist nur telefonisch mit mir arbeiten, ist es sehr still geworden in meinem Haus.
    Durch deinen Beitrag habe ich jedoch einige Möglichkeiten gefunden, nicht nur zu putzen, auszumisten oder Ablage zu betreiben , sondern meine Zeit auch "schön" zu gestalten.,,,,
    Vielen lieben Dank dafür! Und auch von mir: bleibt bitte Alle gesund, positiv eingestellt und macht das Beste daraus

    Herzlichst. Susi