NLP für den Alltag - social mimikry in E-Mails & Co

Soziale Chamäleons sind Angleichungs-Talente
Soziale Chamäleons sind Angleichungs-Talente

 

 

Stellen wir uns folgende Situation vor: zwei junge Männer sitzen in einer Kneipe. Der eine kratzt sich am Kopf (vermutlich weil es ihn juckt), nach einer Weile tut es der andere auch (vermutlich ohne dass es ihn juckt).  Dann schlägt der eine die Beine übereinander. Nach wenigen Minuten tut der andere das auch.

 

Für uns NLPler ein klares Zeichen, dass sich die beiden mögen. Pacing nennen wir das (das meist unbewusste Angleichen an Menschen, die wir sympathisch finden). In der allgemeinen Psychologie wird das Social Mimikry genannt und diejenigen, die das sehr gut können "soziale Chamäleons".

 

Immer wieder zeigen Studien, dass die Anpassung (bei Mimik, Gestik, Tonalität ...) an das Gegenüber positive Auswirkungen auf die Sympathie hat, die wir füreinander empfinden (Siehe Beispiel für so eine Studie). Soweit nichts besonderes.

 

Interessant wird es, wenn wir die schriftliche Kommunikation einbeziehen. Denn gerade jetzt wo direkter Kontakt weniger wird und E-Mails, Messengers etc. zunehmen, dürfen wir uns dieses Phänomen wieder bewusst machen. 

 

 Wie kann ich zu einem sozialen Chamäleon im Schriftlichen werden?

1) durch Beobachtung

Wie genau schreibt mein:e Kommunikationspartner:in? 

  • lange oder kurze Sätze?
  • viel oder wenig?
  • mit oder ohne Emojies?
  • elaboriert oder einfach?
  • mit Großbuchstaben und Unterstreichungen oder nicht?
  • detail-verliebt oder eher allgemein?
  • klar und direkt oder ausgeschmückt und mit "Weichspüler"?
  • ...

2) gleiche dich dem Schreibstil an 

Schreibt dein Gegenüber kurz und knapp, dann antworte auch kurz und knapp usw. . Es sollte aber immer in einem Rahmen sein, in dem du dich wohlfühlst. Im u.s. Beispiel habe ich die Unterstreichung sehr wohl wahrgenommen, es hätte sich aber komisch angefühlt, sie in meinen Text auch irgendwo einzubauen. Daher habe ich darauf verzichtet. 

 

 

Ein Beispiel für Schreibstile und die Angleichung

✉️ E-Mail 1: "Hallo, kannst du mir bitte nähere Infos zum Seminar XY zukommen lassen? Dankeschön."

 

✉️ E-Mail 2: "Hallo. Mit großen Interesse habe ich die Website von euch gelesen und bin auf das sehr interessante Seminar XY gestoßen 👍. Obwohl ich alles genau durchgelesen habe, sind noch ein paar Fragen offen. Ich wäre sehr sehr dankbar, wenn du mir ein paar nähere Infos zukommen lassen könntest! Vielen lieben Dank im voraus, ich freue mich schon auf ein Kennenlernen 😄."

 

Zwei Antwort-Möglichkeiten gibt es:

✉️ Antwort 1: "Hallo, Danke für dein Interesse am Seminar XY. Anbei findest du einige Infos. Wenn noch Fragen sind, melde dich bitte."

 

✉️ Antwort 2: "Hallo! Das Interesse an dem Seminar XY freut uns wirklich sehr 🙂 und dass du alles so genau studiert hat, finden wir super 👍. Sehr gerne schicke ich dir hier einige weiterführende Infos. Wenn du weitere Fragen hast, melde dich bitte. Vieles lässt sich in einem Telefonat besser erklären. Auch wir freuen uns schon sehr, wenn wir uns persönlich kennen lernen. Bis bald."

 

 

Als soziales Chamäleon gebe ich Antwort 1 auf E-Mail 1 und Antwort 2 auf E-Mail 2. Inhaltlich sind beide im Grunde die gleichen.

 

Hätte ich Antwort 2 auf E-Mail 1 geschrieben, wäre der / die Verfasser:in womöglich genervt von der Langatmigkeit gewesen. In der Prägnanz der - höflichen - Antwort fühlt sich mein Gegenüber jedoch gut abgeholt und bei der ersten persönlichen Begegnung hätten wir schon ein gute Basis für gegenseitiges Verständnis. 

 

Umgekehrt wäre E-Mail Verfasser:in 2 vermutlich etwas befremdet, hätte er/ sie die kurze Antwort 1 von mir erhalten. Fast schon brüskierend könnte das erlebt werden, denn ich habe die schriftliche Tonalität so gar nicht getroffen. Der Vertrauensaufbau wäre deutlich mühsamer und herausfordender.

 

 

Viele gleichen sich ganz unbewusst dem Schreibstil des anderen an. Wenn wir dies noch bewusster machen, dann verstehen wir uns auch in der schriftlichen Kommunikation noch besser. 

 

 

 

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