Kein Lerncoach-Absolventen-Treffen mehr!

nlpaed Fachtagung 2017: intuitives Bogenschießen
nlpaed Fachtagung 2017: intuitives Bogenschießen

Die schlechte Nachricht vorneweg: Es wird kein Lerncoach-Absolventen-Treffen mehr geben - auch heuer nicht. Der Grund dafür ist mein neues Amt als 1. Vorsitzende des nlpaed e.V. seit Ende April diesen Jahres. Wer dabei war in Nürnberg auf der Mitgliederversammlung, der weiß, dass ich lange mit mir gerungen habe, diese Aufgabe zu übernehmen.

Der Verstand sagte ganz klar: „Du hast keine zeitlichen Kapazitäten, wenn du es wirklich gut machen möchtest!“ Das Herz sagte: „Mach es! Du hast dem nlpaed viel zu verdanken und irgendwie wird es schon gehen!“ Wie fast immer hat das Herz gewonnen - zum Glück!

nlpaed Fachtagung 2017: Zeitkapazitäten
nlpaed Fachtagung 2017: Zeitkapazitäten

Dennoch: das „irgendwie wird es schon gehen!“ ist nicht so, wie ich gerne etwas anpacke. Um in der Metapher weiter zu sprechen, die wir auf der Fachtagung in Nürnberg wählten: Das Glas (zeitliche Kapazität) ist bis zum Rand mit Wasser (Aufgaben) gefüllt. Ein zusätzliches Glas (Unterstützer) kommt derzeit nicht infrage, da bleibt nur eines: trinken ;-) - also Aufgaben reduzieren, um Platz zu machen und weiter achtsam mit den eigenen Ressourcen umgehen zu können.

Nachdem ich im Mai keinen Kopf für erste Sondierungen hatte, habe ich nun die für mich sehr schwere Entscheidung getroffen das jährliche Lerncoach-Absolventen-Treffen nicht mehr anzubieten. Schwer deswegen, weil mir das Konzept der Kollegialität und „jeder leistet einen Beitrag für die Gemeinschaft“ so gut gefallen hat und ich es vor allem als tolle Gelegenheit empfand, Kontakt mit unseren Ausbildungs-Absolvent/innen zu halten. Persönlicher Kontakt ist einfach immer was besonderes.

Auch wenn es scheint, dass die Organisation von nur einem Tag nicht besonders aufwändig ist, so steckte da sehr viel Arbeit und vor allem auch gedankliches Planen im Hinterkopf drin. Ich möchte nun aber den Kopf frei für kreatives „schwanger-gehen“ und dabei immer die Ziele des nlpaed im Auge haben können.

Und nun die gute Nachricht: alle, die zum Absolventen-Treffen kommen wollten, können ja nun zur Fachtagung des nlpaed kommen - sie wird auf jeden Fall kreativ, bunt und inspirierend werden. Das können wir jetzt schon versprechen, denn wir können gar nicht anders :-). Die ersten Infos gibt es ab dem Spätsommer.

Die jährliche Fachtagung des nlpaed e.V. findet vom 13.04. (ca. 17h) - 15.04.18 (ca. 14h), vermutlich in Nürnberg statt. Sie steht natürlich auch Nicht-Mitgliedern offen, und Mitglied können auch Nicht-NLPler werden!

Ich freue mich darauf, viele von euch dort wiederzusehen und zähle auf euer Verständnis!

 

0 Kommentare

Neuer nlpaed Vorstand seit 30.04.17

Seit dem 30.04.17 vormittags ist klar: den nlpaed e.V. wird es auch weiterhin als feste Größe in der NLP-Welt (und darüber hinaus) geben, wenn es um die Verbindung von Pädagogik, Lernen, Schule, Erziehung mit NLP geht.

 

Nach 8 Jahren hervorragender Vorstandsarbeit von Alexandra Lux, Tania Wagner und Jeannette Böhm kann sich nun der neue Vorstand ins praktisch gemachte Nest setzen: Iris Komarek, Birgit Widmann v. Rebay und Heike Wellmann führen fort, was in den letzten Jahren aufgebaut wurde und werden sicherlich einige Innovationen einbringen.

 

Im nlpaed e.V. sind engagierte Menschen verbunden, die eine gemeinsame Idee von einer besseren Lernkultur in all seinen Facetten haben und diese verbreiten wollen. Hast Du Lust dabei zu sein? www.nlpaed.de

0 Kommentare

nlpaed-RegioTreffen München für 2017

Im Rahmen der Regionalgruppen-Treffen des nlpaed e.V. treffen sich interessierte Lerncoaches zum Austauschen, Netzwerken und Kennenlernen. Die Treffen sind kostenlos und können auch besucht werden, wenn man (noch) nicht Mitglied im nlpaed ist.

 

Damit Ihr schon jetzt planen könnt, stehen die Termine für 2017 nun fest. Im kommenden Jahr gibt es eine Neuerung: ein Teil der Treffen wird virtuell in einem Webinar stattfinden.

 

06.02.17 (19:30 Uhr Webinar) / 18.05.17 (19:30 im freiraum), 28.09.17 (19:30 im freiraum), 11.12.17 (19:30 im freiraum) + ein flexibel vereinbarter Termin im Sommer. Einladungen gehen kurz vorher noch einmal per E-mail heraus. Oder einfach formlos per E-Mail bei mir anmelden.

0 Kommentare

Gelebte Kollegialität auf dem Lerncoach-Treff 2016

Einmal jährlich treffen sich die Absolvent/innen von Lerncoach-Ausbildungen zu einem kollegialen Austausch, zum Netzwerken, Kennenlernen, Wiedersehen und weiterbilden.

 

Am Samstag, den 10.09.16 war es wieder einmal soweit - auch dieses Jahr wurde das Motto "Kooperation statt Konkurrenz" wieder voll gelebt. Jeder trug durch seinen Beitrag zum Gelingen des Tages bei in Form eines Workshops, Energizers, Blumen, Leckeres für's Buffet, Spülmaschinen-Betreuung oder Fotos machen. Gelebte Kollegialität eben.

 

Wie jedes Jahr standen auch heuer eine bunte Mischung unterschiedlicher Workshops im Mittelpunkt: Mareike Lang demonstrierte eine ungewöhnliche Belief-Change-Methode, Peter Roch zeigte uns die Möglichkeiten der Mimik-Resonanz® im Lerncoaching auf, Andrea Kasten erzählte und demonstrierte die Arbeit mit wing wave® im Lerncoaching, Alexander Wisnewski gab uns einen Eindruck wie man ressourcevoll mit so genannten Helikopter Eltern umgehen kann, Friederike Baier-Magin stellte ihre Arbeit mit NAEM (Klopf-Methode) für das Emotionscoaching vor und zum Schluss vermittelte ich die ersten kompakten Ergebnisse zu meinem Forschungsprojekt "Lernen für Faule".

 

Nach jedem Workshop gab es natürlich eine Pause, in der neben dem kollegialen Austausch  auch Zeit war, um sich am BrainFood-Buffet zu bedienen.

 

Je nach aktuellen Bedürfnissen konnte man genussvoll etwas für Entspannung, für gute Laune, für Konzentration oder für die Merkfähigkeit tun.

Übrigens: im 15. Artikel mit Tipps&Tools aus der Trainerschmiede gibt es im Blog eine Liste mit Nahrungsmitteln für den jeweiligen Wunschzustand.

 Dieser erscheint am Montag, den 19.09.16.

 

Eine Tradition, die sich in den letzten Jahren etabliert hat, haben wir fortgesetzt und Geld gesammelt für ein Spenden-Projekt für den Verein "Your Kids-give kids a chance e.V.". Die Spende kommt ohne jeden Abzug dem Projekt Mwembe Tsungu zugute, einem afrikanischen Dorf in Kenia, in welchem gerade ein Brunnen und eine Schule gebaut wird. 

 

Durch mehrere alberne Aufgaben, die jeder morgens geheim gezogen hat (z.B. verwickle jemanden in ein Gespräch über Rod Stewart oder bringe jemanden dazu, die Türe zu öffnen) konnten wir insgesamt 200 Euro und zwei Schulbänke spenden. Danke an die Gruppe für das Einlösen der Aufgaben :-)).

 

Es war ein toller, inspirierender und Energie spendender Tag - Danke an alle Mitwirkenden!

 

Das nächste Lerncoach-Absolventen-Treffen findet am Samstag, den 21.10.2017 statt!

 


1 Kommentare

Ist Lerncoaching eigentlich elitär?

Die 15-jährige Sophia kommt bereits zum 5. Mal in diesem Schuljahr ins Lerncoaching, um sich fit zu machen für die immer größer werdenden schulischen Herausforderungen. Die Eltern unterstützen sie gerne und haben kein Lerncoaching-Limit gesetzt. Leisten können es sich die Eltern und sie wollen es sich auch leisten.

Pauls Mutter kommt zum kostenlosen Vorgespräch mit dem festen Vorsatz ihrem Sohn Paul professionelle Hilfe zukommen zu lassen. Sie ist fest davon überzeugt, dass in ihrem Sohn noch viel unentdeckte Potenziale schlummern. Sie hat lange dafür gespart, sich zumindest 2 Lerncoaching-Stunden leisten zu können. Mehr ist in der momentanen Situation als allein erziehende Mutter dreier Kinder nicht drin.  Jeder aktive Lerncoach kennt solche Fälle wie Sophia und Paul.

 

Sie machen uns immer wieder deutlich, dass der Zugang zu sinnvoller professioneller Unterstützung nicht allen gleich einfach zugänglich ist, vor allem dann, wenn die Kosten von den Klienten selbst getragen werden müssen. Es ist ein Thema, das Lerncoaches sehr beschäftigt. Warum ist das so?

Wenn man als Lerncoach startet, haben viele von uns auch eine idealistische Vision im Kopf: einen Beitrag leisten können, um die Lernlandschaft positiv zu verändern. Lernenden, die oftmals sehr verzweifelt sind, wieder Mut und Glauben an sich selber zu verleihen. Auf der anderen Seite hat man viel Zeit und Geld investiert, um diese Dienstleistung anbieten zu können und natürlich hat man das Recht darauf, dafür entsprechend bezahlt zu werden (wie der Friseur oder der Klempner). In diesem Spannungsfeld bewegen sich viele Lerncoaches, das viele nicht gut aushalten können.

Was ist die Lösung aus diesem Dilemma? Aus meiner Sicht gibt es zwei Ansätze: erstens das Selbstbewusstsein entwickeln, dass es ethisch-moralisch in Ordnung ist, adäquate Entlohnung für die Arbeit als Lerncoach zu verlangen. Und zweitens, Möglichkeiten zu schaffen, um Lerncoachings auch kostenlos oder preisreduziert anbieten zu können.

 

Lerncoaching ist eine bezahlte Dienstleistung
Als Lerncoach bietet man eine wertvolle Dienstleistung an, die selbstverständlich entsprechend entlohnt werden darf. Lerncoaching ist ein Beruf, mit dem man Geld verdient. Toll, wenn er auch noch auf einer Berufung basiert und man etwas Gutes damit bewirken kann.

 

Lerncoaching ist eine richtig gute Investition

Durch Lerncoaching sparen sich die Klienten nämlich an anderer Stelle eine Menge Geld, z.B. reduzieren oder erübrigen sich Nachhilfestunden, und auch die Wiederholung eines Schuljahres oder Semesters (die immense Kosten verursacht) wird oft verhindert etc.

 

Lerncoaching will sich nicht jeder leisten
Viele Klienten könnten sich sehr wohl ein Lerncoaching leisten, nur steht es momentan in der Prioritäten Liste der Anschaffungen nicht ganz oben. Sondern das gemeinsame Essengehen, das zehnte Paar Schuhe, der außerplanmäßige Friseur-Besuch. Man kann andere nicht dazu zwingen, ihre Prioritäten zu verändern.

Natürlich gibt es auch diejenigen, die auf solche Angebote wie das Lerncoaching tatsächlich aus finanziellen Gründen nicht zurückgreifen können. Die sich schon den gemeinsamen Schulausflug oder den Schwimmbadbesuch nicht leisten können. Die jedoch genauso ein Recht auf Bildung und persönliche Weiterentwicklung haben, wie alle anderen auch. Als Lerncoach mit einem ausgeprägten sozialen Sinn kann man immer Lösungen finden. Viele Lerncoach-Kolleg*innen haben hier kreative Ideen entwickelt und leben sehr gut damit:

Lerncoaching als Spende anbieten

Eine bestimmte Anzahl von Stunden als Spende anbieten, z.B. jeden Monat eine Stunde ehrenamtliches Lerncoaching. Wenn diese definierte Stundenzahl aufgebraucht ist, dann kann man Kolleg*innen gewinnen, es gleich zu tun.

Einen Lerncoaching-Geldtopf füllen

Einen Coaching-Topf aufmachen, in dem sich immer etwas Geld für kostenlose oder preisreduzierte Coachings befindet. Dieser Topf kann auf verschiedenste Art gefüllt werden:

  • Von jedem normal bezahlten Coaching einen bestimmten Betrag (z.B. 5 Euro) in den Topf        geben. So können zumindest einzelne Stunden finanziert werden.
  • Sponsoren finden, die Coachings als Spende (gegen Quittung) finanzieren. Kolleg*innen berichten, dass es oft kleine Firmen sind, zu denen man einen persönlichen Bezug hat, die hier spenden. Eine Rückmeldung über den Verlauf und ein abschließendes Dankeschön helfen, diese für eine Wiederholung zu gewinnen.
  • Der Coachee wird ermuntert, einen Sponsor für sich (Verwandte, Bekannte, Firmen ...) zu finden.
  • Der Lerncoach nutzt Möglichkeiten, um Erlöse aus einem Kuchen- / Flohmarkt- / Tombola-Verkauf Geld zu gewinnen, die dann in dem Lerncoaching-Topf landen. Eine Absolventin veranstaltet einmal im Jahr einen Flohmarktverkauf bei sich im Garten für die Füllung der Lerncoaching-Kasse - und das reicht für die Notfälle, die sich im Laufe des Jahres auftun. Und zugleich macht sie auch noch auf sich als Lerncoach aufmerksam!
  • Einen Dienstleistungs-Tausch vornehmen. Eine Klienten-Mutter war z.B. Schneiderin und hat im Gegenzug, dass ich ihre Tochter gecoacht habe, Näharbeiten für mich angefertigt. Eine absolute Win-Win-Situation.

Lerncoaching aus dem ILE-Fond
Und ganz neu können Lerncoaches auch bei mir nachfragen, ob ich ein Lerncoaching finanziere. Seit Herbst 2015 wandern von jeder Lerncoach-Ausbildungs-Investition 15 Euro in den  "ich-lern-einfach!" Lerncoaching-Fond, der allen Lerncoach-Absolvent*innen offen steht. Dem Lerncoach werden 50 Euro zzgl. MwSt. pro Stunde aus diesem Topf gezahlt, maximal werden 3 Stunden je Klient finanziert. Eine Anfrage kann ganz informell an mich per E-Mail gestellt werden.

Fazit: in gewisser Weise ist Lerncoaching durchaus elitär - wir Coaches können jedoch viel tun, um auch Klienten ohne ausreichendem finanziellem Hintergrund eine solche Unterstützung anbieten zu können.

 

Wer Lust hat, als Lerncoach durchzustarten: am 25.11.16 startet die nächste Ausbildung in München! Hier gibt es mehr Infos.

 

Danke für's Teilen!

 

2 Kommentare

NLPAED Regionalgruppentreffen am 19.07.16 im freiraum

Achtung: im Juli gibt es ein außerplanmäßiges nlpaed-Treffen - das Interesse, sich noch regelmäßiger auszutauschen und zugleich die Bereitschaft von Mitgliedern einen Abend zu gestalten, war so groß, dass wir vor der Sommerpause noch ein Treffen eingeschoben haben.

 

Im ersten Teil gibt uns Experte und Lerncoach Alexander Wisnewski einen Input zum Thema "Legasthenie durch die Lerncoaching-Brille". Der zweite Teil ist für den informellen Austausch unter Lerncoaches reserviert.

 

Beginn ist um 19:30 Uhr, die Veranstaltung ist kostenlos und offen für alle Interessent*innen (auch Noch-Nicht-Mitglieder*innen) und findet im freiraum, Saarstr. 5, 80797 München, statt.

 

Danke fürs Teilen :-)

0 Kommentare

NEU: Neues Curriculum für eine Lerncoach-Master-Ausbildung

Im April 2016 hat der nlpaed e.V. ein neues Curriculum zum Lerncoach-Master verabschiedet. Wir bieten diese Ausbildung ab Januar 2017 in einem modularen Systems und viel Life-Learn-Balance (sonntags ist frei) an.

 

Die Ausbildung richtet sich an alle zertifizierten Lerncoaches, die noch eines drauf setzen und die am Thema dran bleiben wollen. Die Teilnehmer*innen haben die Möglichkeit, 4 aus 6 angebotenen Modulen auszuwählen und sich zum Master-Lerncoach zertifzieren zu lassen.

 

Alle Infos zu diesem neuen Ausbildungsgang gibt es hier.

0 Kommentare

NEU: Lerncoach-Ausbildungen in Frankfurt

Lerncoach-Ausbildungen gibt und gab es an vielen unterschiedlichen Orten: in der Heimatstadt München, in Lüneburg, in Bozen, in Wien, Abano Terme und jetzt ganz neu auch in Frankfurt.

 

Veranstaltungsort in Frankfurt ist - passend zum Thema - das "Haus der Jugend" im Herzen von Frankfurt, nahe des Mains.

 

Gast-Trainerin wird Christiane Hosemann von KidsRelax sein, die viele Lerncoaches von unseren Absolventen-Treffen als tolle Referentin kennen und schätzen gelernt haben.

 

Los gehts am 21.04.17. Alle Infos samt Daten gibt es hier.
Ich freue mich über das Weiterleiten an Interessenten vor Ort :-)

0 Kommentare

NEU: Das ILE-Siegel im internationalen Gewand

ILE wird internationaler. Im Moment gibt es viel Interesse im Ausland an einer Lerncoach-Ausbildung. Die ersten Pläne befinden sich gerade in der heißen Phase.

 

Eine gute Gelegenheit, um das Qualitätssiegel für Lerncoach-Ausbildungen nach dem ILE-Konzept international zu gestalten.

 

Absolvent*innen ab Frühjahr 2016 werden es bereits auf ihrem Zertifikat finden!

0 Kommentare

Vom Sinn zum Unsinn zum Vielsinn.

Unbestritten entscheidet das Erleben und Erkennen von Sinn und Bedeutung maßgeblich darüber, ob wir uns zu etwas motivieren können oder nicht. Oder anders ausgedrückt: wenn wir etwas als sinnlos empfinden, dann brauchen wir viel Aufwand und Energie, um etwas zu tun.

Ein Paradebeispiel ist natürlich das institutionalisierte Lernen, z.B. in der Schule oder im Studium. Viele SchülerInnen und StudentenInnen hadern mit sehr vielen Inhalten. Sie erachten vieles von dem, was sie lernen sollen als sinnlos. Da stellt sich die Frage: Wie machen das diejenigen, die den Inhalt ebenfalls nutzlos finden, und sich dennoch mit positiven Emotionen und sinn-erfüllt damit auseinandersetzen können?

Natürlich spielt auch für diejenigen Sinn und Bedeutung eine große Rolle. Jedoch in etwas anderen Varianten als der bekannte inhaltlich geprägte Sinn-Begriff.

Die meisten versuchen, einen Sinn zu finden, indem sie sich fragen, wo wann bei welcher Gelegenheit diese Inhalte womöglich irgendwie hilfreich sein können. Doch oft stimmt hier nur die Vernunft zu, nicht jedoch das viel wichtigere Herz. Ein typisches erwachsenes Argument für Kinder, die keine Lust auf Mathe haben, sondern lieber draußen Fußball spielen würden, ist: „wenn du erst Fußball-Star bist, dann bist Du froh, wenn du gut Mathe kannst, dann zieht dich keiner über den Tisch“ haha - ich habe noch kein Kind erlebt, bei dem dieses Argument echte Zugkraft gehabt hätte! Hilfreich ist hier einen erweiterten Sinnbegriff ins Spiel zu bringen, denn es gibt viele Facetten von Sinn und Bedeutung:

 

Sinn in der Konsequenz:
Welche Konsequenz, welche Folgen hat es, wenn ich dies scheinbar Sinnlose lerne? Komme ich dadurch eine Stufe weiter? Eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten? Welche negativen Konsequenzen hätte es, wenn ich es nicht lernen würde?
Ein junger Lerncoaching-Klient konnte mit den kognitiven positiven Begründungen für den Sinn von Latein nichts anfangen. Als wir uns von dem Inhalt befreiten und das Augenmerk auf die Konsequenz richteten, blühte er auf: Super, dann schafft er das Klassenziel, dann hat er nicht so viel Ärger mit den Eltern und er hat dieses ungeliebte Fach schneller wieder los.

Sinn in der Reaktion:
Auch die Reaktion, die man erhält, wenn man etwas lernt, kann ein starker Motivator sein. Sie kann dem Lernstoff Sinn verleihen, der starke Emotionen auslöst. Ich habe eine jugendliche Klientin, die mir erzählte, dass sie seit 2 Jahren finnisch lernt. Einfach so. Nicht, weil sie mal nach Finnland ziehen möchte oder sich dadurch bessere Berufschancen (Konsequenz) erhoffte. Etwas verschämt erzählte sie, dass die große Zugkraft, die Reaktion ist, die sie immer bekommt, wenn sie erzählt, dass sie finnisch sprechen kann. Es ist Bewunderung, Erstaunen, Respekt und Wertschätzung - alles Reaktionen, die ihr großen Auftrieb geben, positiv in ihr Selbstbild einzahlen und sie einfach gut fühlen lassen. Allein dies macht es aus, dass sie immer wieder die Zeit und die Willenskraft aufbringt, um dran zu bleiben.

Sinn im Ergebnis:
Anderen ist nicht so sehr der Weg zum Ziel, sondern vor allem das Ergebnis von großer Bedeutung. Gut zu sein, etwas gut zu können, eine Herausforderung erfolgreich bewältigt zu haben, ist für diese das, was sie antreibt. Dies findet man bei vielen Menschen, die in ganz unterschiedlichen Bereichen sehr gut sind. Die gut kochen können, zugleich gut Rätsel lösen können, die Sprachen mit großer Hingabe etc. lernen. Einfach, weil sie Lust darauf haben, etwas gut zu können - völlig unabhängig vom Inhalt. Und für die sich es super anfühlt, etwas sehr gut zu können. Das macht die Sache sinnvoll.

Wert von Selbstdisziplin:
Wieder andere sehen in der Überwindungskraft oder dem Gewinnen des Kampfes mit dem inneren Schweinehund einen großen, erfüllenden Sinn. Sie erleben Selbstdisziplin als etwas absolut Positives, Erstrebenswertes, etwas das starke positive Emotionen auslöst. Ich hatte einen Kampfsportler im Coaching, für den Durchhaltevermögen und Selbstdisziplin extrem hohe Werte sind. Sie ermöglichen es ihm in seinem Sport Spitzenleistungen zu zeigen. Entschlüsselt man die Erfolgsstrukturen von HighPerformern ist die Fähigkeit, sich selbst zu disziplinieren, grundsätzlich sehr stark ausgeprägt. Das Interessante dabei ist, dass dies nicht negativ, sondern im Gegenteil stark positiv emotional berührt.

Sinn im Inhalt:
Und natürlich kann man auch in den Inhalten einen Sinn sehen. Was ist Interessantes an diesen Themen? Wofür ist es nützlich? Wie bringt es mich auf der Verständnis- und Erkenntnis-Ebene weiter? Was bringt es mir, diesen Lernstoff zu kennen und zu können. Was kann ich dadurch besser oder leichter? Usw.

 

Sicherlich gibt es noch mehr Varianten von Sinn. Wichtig ist, dass man seinen persönlich antreibenden Sinn findet. Möchte ich mich also zu etwas motivieren und ich keinen Sinn im Inhalt des Lernstoffes  sehe, dann ist es gut, die anderen Arten abzuchecken. Was davon berührt mich emotional? Und dies dann mit allen Sinnen erleben und mental immer wieder durchspielen.

Je mehr von diesen Sinn-Arten zusammen kommen, umso leichter ist es natürlich, sich für eine Sache zu engagieren, einen Sinn in Tätigkeiten oder Lerninhalten zu erkennen. Nur auf den Inhalt und seine Verwendung zu schauen ist nicht hilfreich. Manchmal ist es sogar Unsinn.

 

Danke für's Teilen :-)

0 Kommentare

Wie ein benutztes Taschentuch den Coaching-Prozess beschleunigen kann

Der 15-jährige Leon schlurft betont unmotiviert in den Coachingraum. Das passt gut ins Bild, denn Eltern und Lehrer klagen sehr darüber, dass Leon mit äußerst geringer Koopera-tionsbereitschaft bei der Sache ist. Egal was man von ihm möchte, bei jeder Gelegenheit stöhnt er,  verdreht die Augen, seufzt, macht alles extra langsam, schlecht gelaunt und offensichtlich unwillig. Aber dies mit großer Konsequenz.


Mitschüler, Lehrer und Eltern kommen mit dieser Art immer weniger gut zurecht. Das führt dazu, dass sich Leon abgelehnt fühlt und dies wiederum verstärkt seine Abwehrhaltung. Ein Teufelskreis, den es irgendwie zu durchbrechen gilt. Leon kam mehr oder weniger freiwillig ins Coaching, und auch ich stieß zunächst auf eine Mauer der "Ablehnung und Unmotiviertheit".

Da erinnerte ich mich an eine Coaching-Methode von Danie Beaulieu, die ich schließlich bei Leon ausprobierte. Ich legte ein kleines, schön verpacktes Geschenk auf den Tisch (das Leon gleich beim Reinkommen ganz neugierig beäugte) und als er sich setzte, schneuzte ich in ein Taschentuch, zerknüllte es und legte es neben das Geschenk. „Heute ist ein guter Tag, um Geschenke zu verteilen. Nun hast lieber das verpackte Geschenk haben oder lieber das Taschentuch?“ Leon sah mich an als würde er sich fragen: „Wer von uns braucht hier ein Coaching?“ Aber zugleich sah er mich auch sehr aufmerksam an. „Was hat dies wohl wieder zu bedeuten?“ stand auf seiner Stirn geschrieben.


Er zeigte natürlich auf das schön verpackte Geschenk. „Das hätte ich auch genommen!“ sagte ich fröhlich. „Und weißt Du warum? Weil es nett aussieht, weil ich es gerne auspacken würde, weil ich neugierig bin was drinnen ist und weil es einfach vielversprechender ist, oder?“ Leon nickte.
„Und wie ist das bei Dir? Wie würdest Du Deine Verhaltensweisen in der Schule einschätzen: welche sind ein hübsch verpacktes Geschenk und welche ähneln eher dem Taschentuch?“ Ein leichtes Aufblitzen in Leon's Blick zeigte mir, dass er eine Erkenntnis erlangte.


Die Taschentuch-Technik erwies sich tatsächlich als äußerst nützlich. Leon und ich konnten plötzlich sehr konstruktiv über sein aktuelles Verhalten sprechen und verschiedene  Veränderungsmöglichkeiten erarbeiten. Die Technik förderte die Aufmerksamkeit, weil sie etwas Besonderes und Ungewöhnliches ist. Sie ist eine schnelle und sehr aussagekräftige Metapher. Und das Bild des Taschentuchs wurde zum Erinnerungssignal für unkooperatives Verhalten, das Geschenk für kooperatives Verhalten. Hätte ich mit Leon nur geredet, hätte es sicherlich nicht diese Wirkung gehabt. Davon bin ich überzeugt.

 Im Coaching wird aber immer noch zu 80% über Sprache, z.B. als Anleitung für mentale Prozesse, gecoacht. Doch gerade im Kinder- und Jugendcoaching sind es die spielerischen Elemente und der Einsatz von kreativen Methoden, die Veränderungsprozesse voranbringen - weil sie Situationen, Probleme, Lösungen und Strategien unmittelbar erleb- und erfahrbar machen.


Mittlerweile habe ich eine ganze Sammlung solcher kreativer Coaching-Methoden, die ich je nach Thema und Situation einsetze. Dazu gehören Spiele, Bastel-Materialien, Bewegungselemente, Musik, viele viele Alltags-Gegenstände, Figuren, Stofftiere, Naturprodukte wie Steine oder Äste, Symbole etc. Und ich mache immer wieder die Erfahrung, dass mit der Verwendung dieser kinästhetischen Elemente sehr häufig der Knoten platzt und Raum für tiefgehende Veränderung gegeben wird.

 

Lust auf mehr? Im AfterWork Mikro-Seminar am 30.06.16 von 18:30-21:30 Uhr "Kreative Coaching-Methoden" gibt es viele Anregungen und Ideen. Mehr Infos gibt es hier.

 

Danke für's Teilen!

0 Kommentare

So etabliert sich Lerncoaching in Unternehmen

Eine typische Situation eines Lerncoachings im Unternehmen: Herr Fischer und Frau Gertz haben sich für eine Stunde in einem Besprechungsraum eingebucht und sind gerade dabei einige Kärtchen auf dem Tisch in eine Reihenfolge zu bringen. Die ersten Karten werden blitzschnell zugeordnet, dann wird Frau Gertz unsicher. Welches Kärtchen ist wohl das nächste? Sie gerät zunehmend unter Stress. Herr Fischer unterbricht die Situation, zeigt das richtige und gemeinsam überlegen sie, wie eine Verbindung vom vorherigen zu diesem geschaffen werden kann. Frau Gertz  findet eine Eselsbrücke für sich und entspannt sich sichtlich. Dazu gibt Herr Fischer Tipps für den Umgang von Stress-Situationen.

Frau Gertz war nach einem Unfall mehrere Monate krank geschrieben und kehrte vor 6 Wochen an ihren Arbeitsplatz zurück. Der Einstieg fiel ihr sehr schwer, nichts scheint mehr wie vorher zu sein. Einige Software Programme haben sich völlig geändert und Frau Gertz hat das Gefühl vollkommen überfordert zu sein, ärgert sich maßlos über sich selber und fühlt sich dumm und unfähig.


Ihr Vorgesetzter hat einige Versuche unternommen, Frau Gertz Unterstützung zu geben, doch irgendwie klappt es nicht. Da erinnert er sich an den neu eingerichteten Lerncoach-Pool im Unternehmen. Kurzer Hand nimmt er Kontakt zu dem zuständigen Koordinator auf und schon am nächsten Tag gibt es ein erstes Treffen von Herrn Fischer, Frau Gertz und ihrem Chef. Eine Woche später beginnt das Lerncoaching.

Solche Szenen spielen sich immer häufiger in - vor allem größeren - Unternehmen ab. Seit etwa 5 Jahren bilde ich in Firmen interne Lerncoaches aus, die sich mittlerweile als feste Größe im Bereich Mitarbeiter-Entwicklung etablieren. In diesem Artikel möchte einige Erfahrungen für eine erfolgreiche Etablierung von Lerncoaching in Unternehmen weitergeben:

Klare Definition von Aufgaben eines Unternehmens-Lerncoach:

  • Mitarbeiter/innen mit besonderem, individuellen Schulungsbedarf werden gezielt darin unterstützt, Aufgaben und Anforderungen besser zu bewältigen.
  • Ältere Mitarbeiter werden durch das KnowHow der Lerncoaches, was sich beim Lernen bei Älteren  verändert, bei bestimmten Aufgaben begleitet.
  • Auszubildende werden darin unterstützt, Prüfungen besser zu bestehen.

  • Der Lerncoach hat keine Kenntnisse über den jeweiligenInhalt, denn er entwickelt gemeinsam mit dem Mitarbeiter Lösungsstrategien, unabhängig vom Sachverhalt, indem er z.B. passende Lernstrategien vermittelt oder Denkblockaden löst.
  • Ein Lerncoach ist kein Sozialberater oder psychologischer Berater - er ist ausschließlich im Lernkontext tätig.


Interne Ausbildung zum Lerncoach:

Eine fundierte unternehmens-interne Ausbildung zum Lerncoach stellt eine kompetente Beratung und Begleitung sicher. In den letzten Jahren hat sich ein Modell von 3x 2 Tagen verteilt über ca. 4 Monate bewährt. In diesem Zeitraum können alle wichtigen Lerncoaching-Themen, die für den Unternehmenskontext wichtig sind, vermittelt werden. Eine halbjährliche Supervision ergänzt die Ausbildung.

Zielgruppe einer Ausbildung:
Trainer/innen, IT-Beauftragte, Ausbilder/innen, Schulungsleiter/innen, Mitarbeiter/innen der Personalentwicklung, Ausbildungsbeauftragte, Einweiser neuer Mitarbeiter/innen …

Vorteile für das Unternehmen:

  • Mitarbeiter können nach Krankheit schneller wieder eingegliedert werden.
  • Mitarbeiter können individuell geschult werden, wenn Weiterbildung in der Gruppe nicht gelungen oder - aus welchen Gründen auch immer - nicht möglich ist.
  • Es kann auf die veränderten Lernfähigkeiten älterer Mitarbeiter eingegangen werden und so Mitarbeiter mit all ihrem Erfahrungsschatz länger im Unternehmen gehalten werden.
  • (Innere) Kündigungen aufgrund von Überforderungsgefühl können reduziert werden.
  • Unternehmen können zeigen, dass ihnen ihre Mitarbeiter wichtig sind, es ist ein wichtiger Beitrag zur Mitarbeiterbindung.
  • Auszubildende, die gut im Job sind, jedoch Schwierigkeiten in der Schule haben, können gezielt unterstützt werden.

Vorteile für die gecoachten Mitarbeiter/innen:
Mitarbeiter bekommen einen in Lernfragen kompetenten Kollegen an die Seite gestellt, der sie darin unterstützt, bestimmte Aufgaben besser bewältigen zu können. Das Gefühl für die eigene Kompetenz kommt zurück und wirkt sich auch auf andere Arbeitsbereiche aus. Arbeitszufriedenheit und Freude am Job kehren zurück. Aufgaben können besser und schneller erledigt werden.

Vorteile für die internen Lerncoaches:
Lerncoaching ist eine neue Aufgabe, die anspruchsvoll, modern und herausfordernd ist. Die Bindung an das Unternehmen steigt und die neue Aufgabe fördert ein Expertise-Erleben. Zudem lernt man andere Abteilungen in der Firma kennen und erhält eine Art Sonderstatus durch seine Lerncoaching-Tätigkeit. Die Arbeitszufriedenheit steigt.

Wie Lerncoaching im Unternehmen organisiert sein kann:

  • Für das Etablieren von Lerncoaching in Firmen gibt es mehrere Möglichkeiten: Es kann ein Lerncoach-Pool eingerichtet werden, auf den die Führungskräfte nach Bedarf zugreifen können.
  • Oder es wird je Abteilung ein Lerncoach ausgebildet, der für die abteilungsinternen Mitarbeiter zuständig ist.
  • Oder es gibt einen Verantwortlichen für ein bestimmtes Thema, z.B. Lerncoaching bei der Wiedereingliederung von Mitarbeitern nach langer Krankheit oder Elternzeit.

Die Möglichkeiten sind vielfältig. Wichtig ist, dass es einen Fürsprecher im Unternehmen gibt, der dieses Thema vorantreibt und für seine Notwendigkeit wirbt - dann ist viel möglich!


Ich persönlich erlebe große Aufbruchstimmung zu diesem Thema in den letzten Jahren.  Vier Ausbildungen in Unternehmen laufen in diesem Jahr. Die Schlagworte „Lernende Organisationen“ oder „Lebenslanges Lernen“ werden immer ernster genommen und es wird erkannt, dass Lernen nicht immer allen ganz leicht fällt, und dass daher eine interne kompetente Unterstützung viele Chancen bietet.

Kommen wir zu Frau Gertz zurück. Das Lerncoaching ist nach 4 Sitzungen vorerst abgeschlossen. Frau Gertz hat mit sehr zielorientierter Unterstützung von Herrn Fischer viele Lücken geschlossen, ist deutlich zuversichtlicher geworden was die Bewältigung neuer Aufgaben angeht und hat für sich viele nützliche Strategien entwickelt, wie sie neue Inhalte und Anforderungen bewältigen kann.

 

Danke für's Teilen :-)

0 Kommentare

Beifahrer-Hirn mit Hilfe von Spielen aktivieren!

Vielleicht kennst Du so eine ähnliche Situation? Du hast z.B. deine Französisch-Kenntnisse gerade wieder aufgefrischt. Doch so richtig zufrieden bist Du mit der Entwicklung noch nicht. Jeder Satz erfordert höchste Aufmerksamkeit und Konzentration, es geht nicht so locker, wie Du es Dir eigentlich wünschst.

 

Bis zu dem Abend, als Du mit deinen Mitlernenden bei einem gemütlichen Essen zusammensitzt und jemand das „Black Stories-Spiel“ auspackt (das sind kleine Ratekrimis, bei denen die Gruppe Fragen stellt, die nur mit ja oder nein beantwortet werden dürfen). Ihr spielt es auf französisch (ja, die gibt es auch auf englisch oder französisch!). Und am nächsten Morgen merkst Du, dass Du an diesem einen Abend eine enorme Entwicklung hinsichtlich deiner Französisch-Kenntnisse gemacht hast. Warum ist das so?

 

Dass Spielen gerade im Trainings-, Seminar- und Lernkontext ein ganz wesentliches Element für einen nachhaltigen Wissenstransfer und Kompetenzerwerb ist, ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Auf spielerische Art und Weise werden ...

  • ... neue Inhalte erarbeitet,
  • ... Lernstoff vertieft und
  • ... Themen mit viel Freude wiederholt und gefestigt.

Spielen und das Konzept der vier Kompetenz-Stufen

Ich möchte hier einen oftmals wenig beachteten Aspekt herausgreifen und etwas näher beleuchten. Dazu holen wir das ebenfalls gut bekannte Konzept der vierstufigen Kompetenz-Entwicklung: beginnend bei der unbewussten Inkompetenz (ich weiß oder merke gar nicht, dass ich etwas nicht kann) über - meist durch Erkenntnis - bewusste Inkompetenz (ich weiß oder merke, dass ich etwas nicht kann) zur bewussten Kompetenz - meist durch Training, Schulung, Coaching.

 

In diesem Stadium der bewussten Kompetenz brauche ich all meine Aufmerksamkeits-Chunks, um die neu erlernten Fähigkeiten umsetzen zu können. Dabei bin ich hochkonzentriert und wende das gelernte Wissen mit hoher Bewusstheit an. Diese Fokussierung führt oft dazu, dass sich so mancher Entwicklungsprozess verlangsamt und ein hoher Energieaufwand (im Gehirn) für die Bewältigung der Aufgaben notwendig ist.

 

Kompetenzerwerb am Beispiel Fremdsprache

Kehren wir an dieser Stelle zu unserem eingangs geschilderten Beispiel zurück. Angenommen, ich fahre nach Frankreich und sage mir, dass ich sprachlich da bestimmt gut durchkomme, weil ich in der Schule ja über vier Jahre französisch hatte (unbewusste Inkompetenz). Blöderweise muss ich dann vor Ort feststellen, dass mir viele Worte fehlen, ich mich sehr schlecht ausdrücken kann und kaum etwas verstehe (bewusste Inkompetenz). Zurück in Deutschland melde ich mich bei einem Französisch-Kurs an. Im Laufe der Wochen kann ich feststellen, wie mein Vokabular immer vielfältiger und die Grammatik immer besser wird. Doch noch immer überlege ich die meisten Formulierungen vorab, tue mir sehr schwer ganz spontan zu antworten oder gar etwas komplexere Gespräche zu führen ohne Denkpausen zu haben (bewusste Kompetenz). Diese - auch oder gerade in Sprachen - so wichtige Schwelle, dass man einfach redet, antwortet, Gespräche führt ohne groß nachzudenken, von dieser bleibe ich noch weit entfernt. Der Übergang von bewusster zu unbewusster Kompetenz wird durch stetiges Training, viel Übung und regelmäßige Anwendung ermöglicht.

 

Spielen verrückt die Aufmerksamkeit

Und genau hier kommt das Spielen ins Spiel :-). Denn dieser Übergang kann durch das Spielen um ein Vielfaches beschleunigt werden. Die unbewusste Kompetenz zeichnet sich dadurch aus, dass die volle Aufmerksamkeit und die Bewusstheit eben nicht mehr auf die Aufgabe gerichtet ist, sondern sie sozusagen nebenher erledigt wird. Wir reden in einer Fremdsprache über Themen, über die wir gerade nachdenken und die uns wichtig sind, aber wir denken dabei nicht über Vokabeln oder Grammatik nach. Beim Autofahren auf unbewusster Kompetenzstufe fahren wir wie ein Autopilot usw. 

 

Normalerweise würden wir sagen, dass das Verschieben der Bewusstheit (weg von der eigentlichen Aufgabe) hin zu anderen Tätigkeiten die Folge davon ist, dass wir eine neue Routine, ein Muster, eine Gewohnheit aufgebaut haben. Wenn es uns jedoch schon vorher gelingt, die Bewusstheit, also die Aufmerksamkeit, von der Aufgabe abzuziehen, dann kommen wir viel schneller in die Phase der unbewussten Kompetenz als durch reines Üben. Durch Spielen schalten wir das Beifahrer-Hirn (so bezeichnet von dem Neurobiologen Gerald Hüther) und steigern unsere Kompetenz-Erfahrungen.

 

Black Stories und das Beifahrer-Hirn

Wenn ich auf englisch oder französisch ein Spiel spiele, dann ist meine Aufmerksamkeit auf das Spiel gerichtet, die Sprache dazu ist in den Hintergrund gerückt und entwickelt sich an dieser Stelle exponenziell. Black Stories zu lösen auf französisch trainiert auf sehr subtile Art meine Sprachkenntnisse. Wenn ich mit Freunden zum ersten Mal Eishockey spiele, dann werde ich vor allem zum Profi im Schlittschuhfahren ... .

 

Zusammengefasst kann man sagen, dass jedes Spiel, bei dem die eigentliche Kompetenz über andere Anforderungen in den Hintergrund rückt, den Übergang zur unbewussten Kompetenz sehr beschleunigt und sichert. Voraussetzung ist jedoch, dass die Stufe der bewusste Kompetenz da war - ich also alle notwendigen Kompetenzen erfasst habe - zumindest als Erwachsener.

 

Viel Spaß beim Spielen egal ob im Seminar, in der Schule oder an der Uni!

 

 

Vielen Dank für's Teilen :-)

0 Kommentare

Abschluss der Lerncoach-Ausbildung

Lernen kann ganz leicht und einfach sein - wenn man einen kompetenten, ressourcenorientierten und wertschätzenden Unterstützer an seiner Seite hat. Dies kann z.B. einer unserer neuen Lerncoaches sein, die wir am 07.02.16 zertifzieren durften!

 

Die nächste Lerncoach-Ausbildung beginnt am 22.04.16. Achtung, der Kurs ist schon zu 2/3 voll - Nähere Infos gibt es hier!

0 Kommentare

NLPAED Regionalgruppentreffen am 15.02.16 im freiraum

Ich freue mich, als Sprecherin der NLPAED-Regionalgruppe alle NLPAEDler rund um München - und solche die es werden wollen - zum ersten Treffen im Jahr 2016 einladen zu können.

 

Im ersten Teil gibt uns die erfahrene Lerncoach-Frau und Kinesiologien Friederike Baier-Magin die Möglichkeit unseren Lerncoaching-Koffer um Methoden aus der Kinesiologie und Klopfakupressur zu erweitern, wenn wir auf sehr emotionaler Ebene arbeiten wollen.

 

Der zweite Teil ist wie immer für den kollegialen, formlosen Austausch mit spontanen Thehmen vorgesehen.

 

Datum: 15.02.16. Beginn ist um 19:30 Uhr, die Veranstaltung ist kostenlos und findet im freiraum, Saarstr. 5, 80797 München, statt. Bitte formlos anmelden!

 

Danke fürs Teilen :-)

0 Kommentare

Die neuen Lerncoaching-Kalender sind da!

Etwas später als gedacht brachte heute der nette Paketbote viele viele Kilos an Kalendern ins Haus. Der kompakte Lerncoaching-Kalender ist ein beliebtes Mitbringsel für alle Lernenden! Auf der linken Seite ist immer eine 2 Wochen-Übersicht mit Platz für Eintragungen, auf der rechten Seite gibt es 1-2 praktische Lerntipps.

Trotz der vielen Vorbestellungen können natürlich auch noch welche gekauft werden! Im Shop (dort findet Ihr auch eine Leseprobe) oder einfach formlos per E-mail. Der Kalender kostet 8 Euro.

 

Danke fürs Teilen :-)

0 Kommentare

Was die Neurobiologie predigt, setzt die Suggestopädie konsequent um

Der Kongress der DGSL (Deutsche Gesellschaft für suggestopädisches Lehren und Lernen e.V.) vom 06.11.-08.11.15 in Hohenroda stand dieses Mal unter der Überschrift "Neurobiologie meets Suggestopädie". Sehr schnell wurde - wieder einmal - klar, dass das, was die Neurobiologie über das erfolgreiche Lernen weiß, die Suggestopädie als Lehr- und Trainingskonzept schon lange konsequent umsetzt. Im Grunde könnte Suggestopädie auch "Angewandte Neurodidaktik" heißen (siehe Blog-Artikel dazu).


Auf diesem Kongress ging es jedoch nicht darum, sich selbst zu beweihräuchern, sondern es wurde sehr tiefgehend an einzelnen Aspekten gearbeitet, um weiterentwickelte Konzepte und Methoden für die Umsetzung im Lehr- und Trainingsalltag anbieten zu können. Den wissenschaftlichen Hintergrund lieferte das TansferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) der Uni Ulm.

Unter der Moderation von Ralf Besser lieferte Dr. Katrin Hille (Leiterin des ZNL, zusammen mit Manfred Spitzer) auf sehr professionelle, inspirierende und erfahrungsorientierte Weise kleine, 15 minütige Impulse an neurowissenschaftlichen Erkenntnissen über das Lernen. Anschließend gingen die Teilnehmenden sofort in ständig wechselnde Arbeitsgruppen, um diese Impulse aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Was gelingt schon gut? Wo können wir uns kritisch hinterfragen? Was können wir verändern? Wo müssen wir weiterentwickeln? ... Und schließlich mündeten diese Impulse darin, dass neue Methoden entwickelt oder vorhandene angepasst wurden. So wächst die von Ralf Besser entwickelte DGSL-ToolBox immer weiter.

Ziel der Suggestopädie ist schon immer, Erkenntnisse der Neurowissenschaften für die Praxis an Schulen, Universitäten und in der Weiterbildung tauglich zu machen. Denn wie oft wird gejammert: wie sollen wir denn diese ganze Theorie umsetzen? Wie soll das funktionieren? Suggestopädie gibt ganz konkrete Antworten darauf - und sie werden immer besser und immer differenzierter und in immer engerem Kontakt mit den Neurowissenschaften.

 

Besonders gut hat mir auf dem Kongress gefallen, dass hier eine Lust am Weiterentwickeln, am Genauer-Werden, am Hinterfragen und Tiefgang zu spüren war.


Zugleich stellt sich mir immer wieder die Frage, warum diese in der Praxis bereits bestens erprobten und bewährten Konzepte der Suggestopädie so wenig bekannt sind und damit auch viel weniger genutzt werden, als sie eigentlich genutzt werden sollten.


Die Chance der überall geforderten Veränderung der Bildungslandschaft liegt aus meiner Sicht in der Suggestopädie. Sie kann sofort, von jedem Lehrer, jedem Dozenten und jedem Trainer umgesetzt werden - so bräuchten wir nicht auf politische Impulse warten, es kann sofort losgehen (und viele, viele Lehrer und Trainer tun es bereits!)!


Hier gibt es weitere Infos:

www.dgsl.de I www.znl-ulm.de


Der nächste DGSL-Kongress findet wieder in Hohenroda (nahe Fulda) von 04.11.-06.11.16 statt.


Wer Lust auf Suggestopädie bekommen hat: kann hier den ersten Schritt tun. Das nächste Starter-Seminar mit DGSL-Zertifikat kann bei uns vom 15.06.-17.06.16 in München besucht werden.
> mehr Infos.

 

Danke für's Teilen :-)

3 Kommentare

Glücklich für die Nacht!

Zum Entwickeln eines positiven Selbstbildes und eines stabilen emotionalen Zustandes gehören viele kleine Bausteine. Eines davon ist das Nutzen des Schlafes!

 

Dass im Schlaf wichtige Konsolidierungsprozesse für das tagsüber Gelernte stattfinden, ist hinlänglich bekannt. Allerdings kann das Gehirn nicht so einfach unterscheiden, was sich sinnvollerweise festigen soll, und was eher nicht!

Denn auch negative Emotionen werden über Nacht gefestigt, das hat ein Forscherteam an der Universität von Massachussets nachgewiesen. Probanden, die morgens Bilder, die negative Gefühle auslösten sahen, konnten diese weniger gut erinnern als diejenigen, die diese Bilder abends vor dem Schlafengehen ansahen.


Was bedeutet dies nun für den Alltag?

  • Abends sollten demnach keine „Problem“-Gespräche geführt werden.
  • Abends sollte kein Streit vom Zaun gebrochen werden.
  • Abends sollte man den Fokus nicht auf das richten, was noch nicht gut funktioniert.

Leider halten sich Ärger, Stress, Wut oder Traurigkeit jedoch nicht an solche Erkenntnisse. Was also tun, wenn beim Abendessen eine Diskussion über die letzte schlechte Deutsch-Note aufkommt, die dann im Streit endet und schließlich zu Tränen führt. Oder abends eine Grundsatz-Diskussion über Verstehen oder Nicht-Verstanden-Werden aufkommt? Oder der letzte E-Mail-Check eine Nachricht ist, über die man wütend wird?

 

Statt sauer, beleidigt oder traurig ins Bett zu gehen, sollte man für  einen Separator sorgen. Das heißt: für Ablenkung bzw. für neue neutrale oder positive Eindrücke sorgen und so viel Zeit wie möglich damit vor dem Einschlafen verbringen.

Die Umkehrung dieser o.g. Erkenntnisse bedeutet vor allem: besonders vor dem Schlafen auf die positiven Gefühle achten. Z.B. durch Zeigen von gegenseitigem Respekt, Wertschätzung, Sorgen für eine entspannte und positive Atmosphäre, positive E-Mails noch einmal durchlesen, in Gedanken den Tag durchscannen: was war gut, was hat Spaß gemacht? Auf diese Weise kann sich über Nacht ein positives Selbstbild aufbauen und festigen!
Quelle: gehirn & geist

 

Danke für's Teilen :-)

0 Kommentare

Rückblick auf das Lerncoach-Absolventen-Treffen 2015

Wenn es im Nachbarraum hoch hergeht, wenn viel gelacht wird und seltsame Geräusche durch das Seminarzentrum schallen, dann ist dem erfahrenen Seminar-Teilnehmer bei mindSYSTEMS klar: hier sind wieder einmal Lerncoaches am Werk!

 

Es ist mittlerweile eine gute Tradition, dass sich Lerncoaches aus ganz Deutschland, Österreich, Schweiz und Südtirol einmal im Jahr zu einem kollegialen Austausch und Netzwerk-Treffen zusammen finden und dabei ihrer Kollegialität, Kreativität und Spontaneität freien Lauf lassen.

Am 17. Oktober 2015 war es bereits zum 5. Mal soweit - über 30 Lerncoach-Frauen und 1 Lerncoach-Mann ;-) kamen nach München, um sich in 4 spannenden Workshops weiterzubilden und Inhalte zu vertiefen. Das kleine, lustige Rahmenprogramm diente vor allem dem Sammeln von Spenden für ein soziales Projekt.

Den Auftakt bildete Susanne Kistenmachter, die das Thema Aufschieberitis auf sehr kreative Art und Weise und aus einer neuen Perspektive heraus vermittelte. Sie machte deutlich, dass das dauerhafte Aufschieben sehr viel mit Ängsten und Zweifeln zu tun hat, z.B. der Furcht zu versagen oder den (eigenen) Ansprüchen nicht gerecht zu werden.

Mein ehemaliger Lerncoach-Ausbilder und Grand Seigneur des Lerncoachings, Dr. Franz Karig, kam aus Freiburg angereist, um das Thema Visualisieren beim Lernen aufzugreifen. Denn kein anderer kennt sich auf diesem Gebiet so gut aus wie Franz. Anhand vieler kleiner Beispiele konnten wir hier in die Tiefe gehen und neue Factten für die Rechtschreibung, Mathematik und Handschrift mitnehmen.

Entspannt und oft auch richtig lustig ging es bei dem Workshop von Christiane Hosemann zu, die als Ausbilderin für Entspannungspädagogik eine schier unerschöpfliche Schatzkiste voller kleiner Entspannungs-Methoden zur Verfügung hat. So erlebten wir wieder sehr aktiv, wie variantenreich Entspannung sein kann: von einer eher ruhigen Fantasiereise durch den Körper über actionreiche Yoga-Übungen bis hin zu Gruppen-Energizern.

Richtig intensiv wurde es dann zum Abschluss noch mit Birgit Widmann v. Rebay, die auf eine sehr tiefgehende Weise Handpuppen für die Ressourcen-Arbeit einsetzt. Sie erklärte uns das Vorgehen und demonstrierte es sehr eindrucksvoll. Anschließend konnten wir aus Birgits riesigen Fundus an kleinen und großen Handpuppen selbst experimentieren und hineinspüren, was damit möglich ist.

Zwischendurch gab es immer wieder kurze und etwas längere Spiele, die wir als Wettbewerb gestalteten - z.B. "wer baut den höchsten Marshmallow-Turm", um möglichst viele Verlierer haben. Denn die Verlierer durften jeweils einen Betrag zwischen 2 und 4 Euro in das Spendenschweinderl werfen. Am Ende des Tages konnte ich satte 250 Euro an die SchlauSchule in München, die seit vielen Jahren minderjährigen, unbegleiteten Flüchtlingen zum Schul-Abschluss führt, überweisen. So schön kann Verlieren sein :-)!

Traditionell wurde der Tag mit unserem speziellen Lerncoach-Tanz abgeschlossen, den jede Teilnehmerin in der Ausbildung gelernt hat :-).


Schön war's wieder. Jeder hat einen Beitrag geleistet - egal ob für das Buffet oder als Hilfe bei der Spülmaschine etc. - auch dies macht den Tag zu einem ganz besonderen!


Auch in 2016 gibt es das Absolventen-Treffen wieder. Der Termin ist der 10.09.2016!


2 Kommentare

NLPAED Regionalgruppentreffen am 19.10.15 im freiraum

Nach einer längeren Sommerpause ist es wieder soweit: am 19.10.15 lade ich als Sprecherin der NLPAED-Regionalgruppe alle NLPAEDler rund um München - und solche die es werden wollen - ein,  sich auszutauschen, voneinander zu lernen und inspirieren zu lassen.


Im ersten Teil gibt uns Fachfrau Victoria Stübner einen Einblick in die Evolutions-Pädagogik. Der zweite Teil ist für den informellen Austausch unter Lerncoaches reserviert.


Beginn ist um 19:30 Uhr, die Veranstaltung ist kostenlos und findet im freiraum, Saarstr. 5, 80797 München, statt.

 

Danke fürs Teilen :-)

0 Kommentare

Neue Lerncoaches für das Land!

Und hier sind sie (zumindest ein Teil), die frischgebackenen Lerncoaches, die wir am 20.09.15 zertifzieren durften. Wir gratulieren ganz herzlich. In sehr facettenreichen Falldokumentationen haben sie eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie fit für das Lerncoaching sind und einen bedeutenden Beitrag für eine bessere, wertschätzende Lernkultur leisten werden!

 

Lerncoaching ist eine lernstoff-unabhängige, sehr lösungs- und ressourcenorientierte, individuelle Unterstützung für Lernende jeden Alters! Lerncoach gesucht - finden Sie hier!

1 Kommentare

VLOG: die 7 verrücktesten Lerntipps _ 7/7 - als Gorilla in die Prüfung

Wenn Du auch manchmal etwas Bammel vor Prüfungen hast und Du aufgrund der Aufgeregtheit nicht all das an den Mann bringen kannst, was Du eigentlich kannst und weißt, dann ist es an der Zeit, wie ein Gorilla in die Prüfung zu gehen. Schau Dir das Video an und Du weißt wie es ganz einfach geht!

Damit verabschiede ich mich mit dieser Reihe und wünsche Euch allen viel Erfolg und viel Spaß beim Lernen!


1 Kommentare

VLOG: die 7 verrücktesten Lerntipps _ 6/7 - Transferdenken fördern

Statt auswendig Gelerntes in Prüfungen wiederzugeben oder das Lernen etwas anders als sonst zu gestalten - dafür brauchst Du die Fähigkeit, querzudenken. Wie das ganz einfach herstellen kannst, erfährst Du hier.

Viel Spaß!


0 Kommentare

VLOG: die 7 verrücktesten Lerntipps _ 5/7 - nach Farben sortieren und konzentrieren

Viele tun es ganz inuitiv: aufräumen, sortieren, wegpacken, bevor man mit dem Lernen beginnt - wie Du das gezielt machen kannst, kannst Du hier anschauen.

Viel Spaß!


0 Kommentare

VLOG: die 7 verrücktesten Lerntipps _ 4/7 - mit Tagträumen zum Lernerfolg

Wenn Du gut Tagträumen kannst, dann hast Du eine ganz wichtige Kompetenz für Lernerfolg schon aufgebaut. Wie Du das noch gezielter tun kannst, erfährst Du in diesem VLOG.

Viel Spaß!


0 Kommentare

VLOG: die 7 verrücktesten Lerntipps _ 3/7 - der Paukus Interruptus

In diesem VLOG erfährst du, was es mit dem Paukus Interruptus auf sich hat und wie Du ihn ins Lernen integrieren kannst, damit der Lernstoff noch besser hängen bleibt!

Viel Spaß!


0 Kommentare

VLOG: die 7 verrücktesten Lerntipps _ 2/7 - Fäuste einsetzen beim Lernen

In diesem VLOG erfährst du, wie du deine Fäuste beim Lernen einsetzen kannst, um Lernstoff schneller aufzunehmen und besser wieder zu geben!

Viel Spaß!


0 Kommentare

VLOG: die 7 verrücktesten Lerntipps _ 1/7 - gute Laune auf Knopfdruck

Nachdem positive Emotionen beim Lernen eine enorme Bedeutung in bezug auf Effektivität und Nachhaltigkeit haben, ist es gut zu wissen, wie man sich selbst - wie auf Knopfdruck - in einen guten Zustand bringen kann.

In diesem ersten VLOG-Beitrag geht es genau darum.

Viel Spaß!


0 Kommentare

Was ist eigentlich Suggestopädie?

Immer wieder taucht im Kontext Weiterbildung, Training, Schule und Bildung dieser etwas sperrige Begriff der Suggestopädie auf. Doch was kann man sich eigentlich unter dieser Methode vorstellen? Diese Frage lässt sich ganz kurz beantworten: Suggestopädie ist angewandte Neurodidaktik.

 

Und ein klein wenig ausführlicher: Suggestopädie beschäftigt sich damit, wie Erkenntnisse der Neurowissenschaften in der Lehr- und Trainertätigkeit praktisch umgesetzt werden können.


Worin unterscheiden sich suggestopädische Trainings von herkömmlichen?

Suggestopädische Trainings zeichnen sich dadurch aus, dass sie von den Teilnehmern als sehr aktivierend, "leicht", entspannend, vielfältig und oftmals auch ungewöhnlich erlebt werden. Teilnehmer melden zurück, dass sie völlig überrascht sind, wie viel sie gelernt (und auch behalten haben) haben und dabei den Lernprozess als gar nicht anstrengend empfanden.

 

Das kommt nicht von ungefähr, denn suggestopädische Trainings haben einen nach aktuellen lernpsychologischen und neurobiologischen Kriterien entwickelten Aufbau (suggestopädischer Kreislauf), der sichergestellt, dass das Lernen gehirngerecht erfolgen kann. Zu jedem dieser Kriterien wurden verschiedene - teils ungewöhnliche, teils spielerische - auf jeden Fall sinnvolle didaktische Methoden entwickelt.

 

Wie genau kann ich mir das vorstellen?

Um ein Beispiel zu nennen: damit Informationen überhaupt eine Chance haben, im Gehirn adäquat aufgenommen und verarbeitet zu werden, müssen sie an dem Türsteher zum Langzeit-Gedächtnis - dem Hippokampus - vorbeikommen. Dieser entscheidet nach einigen Kriterien, ob eine Information es wert ist, aufgenommen zu werden oder nicht. Einige dieser Kriterien sind: Ungewöhnlichkeit, persönliche Bedeutung für mich, trifft genau mein Interesse, Überraschungseffekte ... u.a..


Suggestopäden nehmen diese Schleuse sehr ernst. Im "suggestopädischen Kreislauf" bildet die Motivationsphase dies ab. Und es wurden spezielle Trainings- und Lehr-Methoden entwickelt, wie die Bedürfnisse des Hippokampus befriedigt werden können - und zwar unabhängig von Thema und Zielgruppe. Das ist der Anwendungsaspekt in der Suggestopädie.

 

Im Grunde kann man sich das so vorstellen: ein Suggestopäde arbeitet so, dass alle beim Aufnehmen und Verarbeiten beteiligten Gehirnareale auf "grün" gestellt sind, und bedient sich dabei einem gut durchdachten und sehr praxisorientierten System.


Was ist eigentlich der Ursprung der Suggestopädie?

Suggestopädie wurde von dem bulgarischen Psychologen Georgi Lozanov in den 1960er Jahren als besondere Lehr- und Lernmethode entwickelt. Lozanov hat mit verschiedenen Methoden und Techniken experimentiert, um herauszufinden, welche zu einer besonderen Gedächtnis- und Lernleistung führen. Er forschte z.B. zur Wirkung auf den Lernerfolg von Musik, Interaktivität, dem Bedienen mehrerer Sinneskanäle und der Wechselwirkung des Lehrenden und Lernenden. Zu diesem Zeitpunkt waren das geradezu revolutionäre Ideen, die sich sehr schnell über den eisernen Vorhang in den Westen verbreiteten. Lozanov entwickelte ein Gesamtsystem, welches er "Suggestopädie" nannte. Der Name soll ausdrücken: der Lehrende bietet etwas an, schlägt etwas vor (to suggest) und das Ganze im Kontext der Pädagogik.


Wie hat sich die Suggestopädie entwickelt?

Während die Suggestopädie in den Anfängen zunächst fast ausschließlich im Fremdsprachen-Unterricht eingesetzt wurde, findet sie heute in allen Bereichen der Aus- und Weiterbildung ihren Platz. In der Schule, der Universität, in der internen Fortbildung in Unternehmen oder in offenen Seminaren.


Suggestopädien entwickeln nicht nur die Methoden immer weiter, sondern sie stehen in einem permanenten Austausch mit Wissenschaftlern, um neueste Erkenntnisse in dieses faszinierende System integrieren zu können.


So hat sich mittlerweile ein sehr enger Austausch zwischen dem Forschungsteam rund um den Neurowissenschaftler Manfred Spitzer und der DGSL (Deutsche Gesellschaft für suggetopädisches Lehren und Lernen e.V.) entwickelt. Über erste Ergebnisse aus dieser Zusammenarbeit wird das interessierte Publikum (auch Nicht-Suggestopäden) auf dem Kongress der DGSL im November 2015 informiert und seine Umsetzung in der Praxis diskutiert.

 

Für wen ist Suggestopädie interessant?

Sie ist für alle interessant, die in der Lehre und im Training tätig sind. Erfahrene Trainer können mit Hilfe der Suggestopädie ihre Lehr- und Trainer-Tätigkeit insgesamt auf ein noch höheres Niveau bringen und an spezifischen Stellen noch mehr Tiefgang hineinbringen. Neulinge bekommen einen äußerst erfolgreichen Leitfaden für die Gestaltung von Lernprozessen an die Hand.


Wie kann man Suggestopädie lernen?

Suggestopäde wird man, indem man zunächst das Starter-Seminar besucht und dann die Grundausbildung anschließt. Die Grundausbildung bei mindSYSTEMS startet im Dezember diesen Jahres und der nächste offene Starter findet Ende April 2016 statt.


Und wer sich erst einmal einen Überblick verschaffen möchte, sollte unbedingt den Lernkongress der DGSL vom 06.11.-08.11.15 in Hohenroda besuchen.


Danke für's Teilen :-)

1 Kommentare

Wie die neue Liebe zur 7 Probleme mit Mathe löste - ein LernCoaching Bericht

Beim Aufräumen und Ausmisten meiner unzähligen Dateien auf dem Rechner, ist mir ein Lerncoaching-Bericht von 2010 in die Hände gefallen, den ich bereits damals in einem Newsletter verbreitet habe. Weil er so wunderbar zeigt, was Lerncoaching bedeutet, möchte ich ihn heute noch einmal im BLOG - leicht abgewandelt - veröffentlichen:

Nico ist ein sehr cleverer, lustiger und motivierter 8-jähriger Junge, der einige Zeit bei mir im Lerncoaching war und von dem ich viel lernen durfte.

Eines seiner Themen für das Lerncoaching war ein Problem in Mathe. Es äußerte sich so, dass Nico immer wieder Fehler beim Addieren, Subtrahieren, beim kleinen 1x1 oder Dividieren machte. Ich prüfte dieses Thema auf allen Ebenen des Lernerfolgspuzzles ab, ob also Optimierungspotenziale z.B. bei der Konzentration, der Motivation, dem Glauben an sich selbst oder auf der Lernstrategie-Ebene lagen.

Nachdem alles in Ordnung schien, arbeitete ich sicherheitshalber über die Visualisierungsstrategie mit ihm. Ich ließ Nico z.B. die 1x1-Aufgaben auf den inneren Bildschirm projizieren, außerdem ließ ich die einzelnen Ziffern nebeneinander stehen etc. Wir erarbeiteten noch einige andere Varianten, die auch ziemlich zügig Erfolge erzielten. Nico wurde von Mal zu Mal sicherer im Rechnen.

Und dennoch machte er immer wieder Fehler. Viele Fehler, die wir uns zunächst nicht erklären konnten. Schließlich ließ ich Nico wahllos verschiedene Aufgaben rechnen, mit dem Ziel ein Muster zu entdecken. Viele Aufgaben löste er sofort richtig, einige machte er völlig verkehrt.

Ich starrte auf die Aufgaben ... und plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Die Struktur der Fehler lag weder in der Rechenaufgabe noch in der Rechenart noch an der Schwierigkeit der Aufgaben. Es schien vielmehr an einer bestimmten Ziffer zu liegen. Denn überdurchschnittlich oft traten die Fehler auf, wenn die Sieben an der Aufgabe beteiligt war.

Ich schob das Blatt zur Seite und fragte Nico: „Sag mal, welche Ziffer magst Du eigentlich am liebsten?“ Statt mich verwirrt anzuschauen - wie ich es zunächst erwartete, antwortete er sofort: „die Vier mag ich sehr gerne und auch die Acht und die Fünf.“

Also packten wir das Launometer aus und beurteilten die Ziffern auf der bekannten Skala von 1 (mag ich gar nicht) bis 10 (mag ich sehr gerne). Nicht nur Nico bewerte den Zahlenraum von 1-9, sondern auch ich. Es war unglaublich interessant, wie sicher und schnell wir die Bewertungen vornehmen konnten!

Interessant, dass die Sieben bei Nico bei einem Wert zwischen 1 und 2. Er mochte sie einfach nicht.

Schließlich gingen wir den nächsten Schritt: ich bat Nico, an die Acht zu denken und fragte die Submodalitäten (also die Art wie genau sie innerlich - hier als inneres Bild - repräsentiert ist) ab. Auf Nicos innerem Bildschirm war die Acht hell, groß, nah, hellblau und sehr scharf. Ich ließ ihn noch ein paar andere Zahlen repräsentieren bevor ich nach der Sieben fragte. Und siehe da: sie war verschleiert, nebelig, am äußeren Rand und irgendwie schwer zu sehen, in einer unschönen Farbe.

Kein Wunder, dass mit so einer inneren Repräsentation die Aufgaben mit der Sieben nicht so gut klappten. Also veränderten wir die Submodalitäten, indem wir sie heller, größer und vor allem schärfer machten.

Submodalitäten wirken wie Signale an die Gehirnareale, die Bewertungen vornehmen. Erinnerungen oder Vorstellungen von etwas, was wir mögen sind innerlich anders repräsentiert als diejenigen, die wir nicht mögen. So „weiß“ das Gehirn, was in die Kategorie „gefällt mir“ oder „gefällt mir nicht“ gehört. Submodalitäten sind dabei nicht nur die Folge von Bewertungen, die wir bereits vorgenommen haben, sondern wir können die Submodalitäten so verändern, dass die emotionale Bewertung beeinflusst wird.

Zurück zu Nico: Diese Verbesserung des inneren Bildes der Sieben schlug sich sofort in der Bewertung nieder. Auf dem Launometer rückte sie von 1-2 auf einen Wert von 6. Immerhin.

Ich gab Nico noch die Lustaufgabe mit, verschiedene Sieben zu malen, die toll aussehen und die er gut findet. Und wie erwartet verbesserten sich Nicos Leistungen in Mathe von diesem Tag an stetig!

Für mich zeigt diese Fallgeschichte sehr schön, wie sich Lerncoaching von Nachhilfe oder reinem „Lernen zu lernen“ abgrenzt. Nico hätte noch so viel üben, üben, üben können, es hätte nicht viel gebracht. Erst durch die Änderung auf mentaler Ebene ist der entscheidende Schritt passiert.

Übrigens: nicht nur gegenüber Zahlen, sondern auch zu Buchstaben oder Worten haben die meisten Menschen (egal ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene) eine innere Haltung entwickelt. Es ist spannend, daran im Coaching zu arbeiten.

Danke für’s Teilen :-)

0 Kommentare

Selbstverantwortlich lernen mit dem Waterline-Prinzip

Vor zwei Wochen hatte ich ein Elterncoaching mit einer sehr genervten Mutter, die im ständigen Konflikt mit ihrem Sohn darüber steht, wie selbständig er beim Lernen sein soll oder sein darf. Nachdem dies ein immer wiederkehrendes Thema im Coaching ist, habe ich es hier im BLOG-Artikel aufgegriffen - mit der ausdrücklichen Einladung zum Nachmachen.

 

Überall wird man als Eltern (oft mit erhobenem Zeigefinger) darauf aufmerksam gemacht, wie ungemein wichtig es ist, dass die Kinder eigenverantwortlich und selbständig ihre Hausaufgaben und Prüfungs-Vorbereitungen machen, also die Verantwortung für das Lernen selbst übernehmen. Die Einsicht bei den Eltern ist in aller Regel da, aber konkrete Unterstützung bei diesem Loslassens-Prozess (der ganz schön schwer sein kann) fehlt oftmals. Dabei gibt es ein ganz einfaches und zugleich äußerst wirkungsvolles Instrument, welches hier eingesetzt werden kann:

das Waterline-Prinzip. Es ist eine Methode, die ursprünglich aus dem Führungskräfte-Coaching kommt, die ich aber nicht nur bei Teamleadern, sondern auch mit Eltern mache - denn sind Eltern nicht auch irgendwie Führungskräfte? Das, was uns meistens davon abhält, Verantwortung zu übertragen, ist die Sorge, dass etwas schiefläuft, was nicht mehr reparabel ist.


Genau so war es bei der oben erwähnten Mutter: sie klagte, dass sie ja schon mehrmals versucht hätte, ihren Sohn alleine machen zu lassen. Sich nicht einzumischen, wann er Hausaufgaben macht und wie er sich auf Prüfungen vorbereitet. Und prompt passierte das, was sie sich schon gedacht hat: er machte gar nichts und schrieb schlechte Noten. Also wechselte sie wieder zum alten System, welches mit ständigem Stress und Streit einhergeht und die Mutter-Sohn-Beziehung erheblich belastet. Schule und Lernen hat sich als ungemütlicher und ständiger Begleiter in das Familienleben eingenistet. Das soll sich zum neuen Schuljahr jedoch ändern.


Wie wir im Coaching vorgingen:

Zuerst legten wir alles auf den Tisch, was so typische Streitthemen in dem Rahmen Selbstverantwortung sind und schrieben sie auf Moderationskarten bzw. PostIts: da lagen u.a. "Hausaufgaben machen", "zusätzliches Lernen", "Prüfungsvorbereitung", "Zu Bett gehen wenn am nächsten Tag Schule ist", "Freunde treffen in intensiven Lernphasen", "Häufiges Krankmachen" ... vor uns. Alleine dieser Schritt erleichterte die Mutter, weil es sich nun um ganz konkrete Punkte handelte, an denen gearbeitet werden kann.

 

Zuerst das Ziel klären

Ihr Ziel war, dass sie gar nicht mehr ihrem Sohn auf die Füße treten muss, sondern dass er all diese Dinge von alleine und gut macht. Wer in diesem Kontext so ein Ziel formuliert, wird immer scheitern. Denn erstens bezieht sich das Ziel nicht auf sich selbst, sondern auf ihren Sohn - und Veränderung von anderen Menschen funktioniert nie gut :-). Zweitens vergisst sie, dass ihr Sohn noch ein Kind bzw. Heranwachsender ist, der nicht sofort perfekt funktionieren wird.

Also formulierte sie ihr Ziel um: "Ich möchte meinen Sohn darin unterstützen, selbständig zu werden, und ich möchte lernen, Verantwortung für das Lernen an ihn zu übertragen."

 

Die Metapher des Waterline-Prinzips:

Ein äußerst nützliches Tool um diese Ziele zu erreichen, ist das Waterline-Prinzip. Es bedient sich der Metapher des Schiffes auf dem Meer: Ein Teil des Schiffes liegt oberhalb der Wasseroberfläche, ein anderer Teil liegt darunter. Der Grundgedanke ist nun, dass Löcher im Rumpf im Wasser, das Schiff zum Sinken bringen können. Löcher oder sonstige Schäden oberhalb des Wassers vielleicht ärgerlich sind, aber nicht zum Untergang führen.

 

Definieren, was das Sinken bedeutet:
Was also ist das Sinken auf das Coaching-Thema übertragen: z.B. das Schuljahr nicht schaffen, von der Schule fliegen, keinen Abschluss machen können ... . Nachdem dies definiert ist, geht es nun darum, die Streitthemen zuzuordnen: liegt es oberhalb oder unterhalb oder um die Wasserlinie herum. Hier zählt nur die Einschätzung der Mutter - nicht meine.

 

Einordnung der Themen auf dem Schiff:

So landeten sofort "Zu Bett gehen" und "Freunde treffen" weit oberhalb der Wasserlinie, die Themen "Hausaufgaben machen" und "Prüfungsvorbereitung" um die Wasserlinie herum und "Häufiges Krankmachen" klar unterhalb. Was bedeutet, dass die Mutter ihrem Sohn die Bettgehzeiten vollkommen selbst überlässt und auch keine Vorgaben mehr für das Freunde-Treffen macht. Ein Bereich, in dem er ab jetzt absolut selbständig entscheiden kann, selbst wenn er zu Beginn womöglich schwer aus dem Bett kommt oder - aus ihrer Sicht - "ständig" mit seinen Freunden rumhängt. Hier ist keine Gefahr des Sinkens des Schiffes.

 

Bei Hausaufgaben und Prüfungsvorbereitung kommt es ein bisschen auf das Wetter und auf die Gewässer an. Ist bei bestimmten Fächern eine Gefährdung? Es stellte sich heraus, dass eigentlich nur in Latein immer wieder dunkle Wolken am Himmel sind: es könnte - wenn es ganz blöd läuft -  eine 5 im Zeugnis stehen. Alle anderen Fächer bleiben mindestens im guten 3er oder 4er Bereich. Hier kann er eigenverantwortlich agieren.

 

Beim Fach Latein wollen Mutter und Sohn zusammen überlegen, wie ER dieses Fach in den gesicherten Bereich hieven kann und welche Unterstützung  er von wem wie braucht. Den Fortschritt auf diesem Weg möchte die Mutter zunächst eng begleiten, dann mehr und mehr loslassen.

 

Und beim "Krankmachen" gibt es überhaupt keine Diskussion - das gibt es nicht. Punktum.

 

Das eigene Waterline-Modell abgleichen mit dem des Kindes

Die Mutter war am Ende der Sitzung sehr erleichtert: eigentlich ist nur das Fach Latein es wert, den Sohn zu unterstützen, seinen Weg zur Eigenverantwortung zu finden. Auch wenn das immer wieder mal zu einem Streitthema wird. Und alles andere kann sie übertragen, denn selbst wenn Fehler passieren, wird das Schiff nicht untergehen. Das nimmt sehr viel Angst und Druck von der Mutter.

 

Zu Hause stellte sie ihrem Jungen das Waterline-Prinzip vor und erstaunlicherweise war der Sohn mit der Zuschreibung total einverstanden. Sie verabreden, alle paar Monate zu schauen, ob die Themen noch richtig liegen bzw. wie neue Themen einzuordnen sind.

 

Gestern erzählte sie mir, dass sie das Schiff und mittlerweile alle möglichen Themen am Kühlschrank hängen haben und sie darüber einen wunderbaren Weg gefunden haben, Streitpunkte gut zu verhandeln.

 

Das freut mich.

 

Danke für's Teilen :-)!

0 Kommentare

Darum Lerncoaching auch in Schweden!

Ich habe in Stockholm eine kleine Zeitreise gemacht und in einer Schule von 1810 unter den strengen Blicken der Lehrerin die Schulbank gedrückt.

 

Zum Glück hat sich seitdem in Schweden viel getan. Viele, viele Jahre war es DAS Vorzeigeland in Sachen Bildung, zu dem die Pädagogen in Scharen gepilgert sind. Wie bereits berichtet (siehe BLOG vom 30.05.15) bekommt dieses Bild immer mehr Risse, auch aufgrund der freien Schulwahl und der Zulassung freier Schulen. Ein Grund, mir vor Ort ein persönliches Bild zu machen.

Doch anders als befürchtet, hat das dort aufkeimende Interesse an Lerncoaching weniger etwas mit der veränderten Bildungslandschaft zu tun, also der sich auftuenden Schere zwischen leistungsstarken und -schwachen Schülern, sondern viel mehr damit, dass man immer mehr Erkenntnisse gewinnt, wie erfolgreiches Lernen funktioniert.

 

Auch wenn im System schon vieles gut und richtig gemacht wird, so gibt es dennoch - wie vermutlich überall auf der Welt - den Bedarf nach individueller Begleitung und Förderung. Und genau das leistet Lerncoaching: basierend auf aktuellen Erkenntnissen aus der Lern- und Hirnforschung Lernende ressourcen-aktivierend, persönlich und beziehungsorientiert unterstützen und begleiten.

 

Warum also auch nicht in Schweden? Ich freue mich, dass ich über Lerncoaching und die Lerncoach-Ausbildungs-Erfahrung aus Deutschland, Österreich, Südtirol und Slovenien berichten  und somit das Lerncoaching dort ein wenig vorantreiben konnte. Mal sehen, was sich daraus weiter ergibt!

 

Danke fürs Teilen :-)

0 Kommentare

Die 8 goldenen Lernregeln

In einer Gehirn&Geist-Ausgabe vom Herbst 2012 erschien ein Artikel über die Ergebnisse einer Untersuchung, die die Effektivität verschiedener Lernmethoden und Lerntipps auf den Prüfstand stellte. Mit großer Spannung wartete ich auf diesen Artikel, denn natürlich ist es für mich als Lerncoach- und Lerntrainer-Ausbilderin wichtig, immer wissenschaftlich up to date zu sein.

 

Umso mehr freute es mich zu lesen, dass alle Ergebnisse mit dem übereinstimmen, was wir in unseren Ausbildungen und Workshops vermitteln. Daraus sind unsere 8 goldenen Lernregeln entstanden, die jeden Lernenden ganz kompakt duch den Lerntipp-Dschungel navigieren:

 

1) SCHAFFE INNERE UND ÄUßERE ORDNUNG

  • Verschaffe Dir immer einen groben Überblick über den Lernstoff
  • Frage Dich immer: wozu gehören die neuen Informationen
  • Unterstütze die innere Ordnung durch eine äußere Ordnung (Dateien-Struktur, Ordner-System, Farbcodes ...)


2) STELLE VORAB FRAGEN ÜBER DEN LERNSTOFF

  • Du weißt noch gar nichts über den Lernstoff: frage Dich dennoch, was Du schon weißt (allein dadurch bleibt das Gelernte besser hängen!)
  • Du weißt schon ein bisschen was: formuliere Fragen zu den Inhalten
  • Überlege Dir, was Du noch nicht weißt zu dem Thema


3) GEBE DEN LERNSTOFF AKTIV WIEDER

  • dies ist der sicherste Weg, um Lernstoff nachhaltig im Gedächtnis zu verankern: so tun, als würde man den Inhalt anderen erklären
  • erfinde Beispiele zu dem Gelernten
  • lasse dir von anderen Löcher in den Bauch fragen
  • stelle dir selbst Fragen


4) LERNE IN KLEINEN HÄPPCHEN ÜBER EINEN LÄNGEREN ZEITRAUM

  • Lerne jeden Tag ein bisschen und über einen längeren Zeitraum hinweg
  • Lege regelmäßige Wiederholungsschleifen ein
  • Lege regelmäßig Phasen ein, in denen Du aktiv den Lernstoff wiedergibst


5) LERNE VIELFÄLTIG UND MULTISENSORISCH

  • Benutze möglichst viele Wege Dir Wissen anzueignen
  • Sei abwechslungsreich beim Lernen
  • Verlasse gewohnte Pfade, dadurch verankert sich Neues viel schneller und nachhaltiger


6) ETABLIERE EINEN LERNRHYTHMUS

  • Lege feste, kontinuierliche Lernzeiten fest (auch wenn die Prüfung noch weit weg scheint)
  • Lege die kürzest-möglichen Lernzeiten für den Lernstoff fest
  • Habe einen klaren Beginn (sofort Durchstarten) und ein klares Ende (auf jeden Fall immer eine Aufgabe, einen Abschnitt, ein Skript zu Ende machen)


7) NUTZE DIE KRAFT DER VISUALISIERUNG

  • Das menschliche Gehirn denkt sehr stark in inneren Bildern
  • Erfolgreiche Lerner nutzen diese spezifische Fähigkeit des Menschen bewusst, um sich Inhalte schnell und langfristig merken zu können
  • Baue Deine Visualisierungsfähigkeit auf und nutze sie beim Lernen


8) DENKE POSITIV ÜBER DAS LERNEN, DEN LERNSTOFF UND DICH SELBST

  • Das Gehirn braucht Interesse und einen positiven Bezug zum Lernstoff
  • Entscheide Dich für eine positive Einstellung zum Lernstoff (zum Lernen)
  • Lege den Fokus auf das, was gut funktioniert und was Du gut kannst!

 

Danke fürs Teilen :-)

2 Kommentare

Warum Lerncoaching in Schweden?

Als ich gebeten wurde, Lerncoaching in Schweden vorzustellen, fragte ich mich: Warum eigentlich? Schweden hat doch ein geradezu vorbildliches Schulsystem: eingliedrig können 8 Jahre lang die Schüler zusammen lernen, Noten gibt es erst ab der 8. Klasse, statt Klassenverbände gibt es selbstverantwortliches Lernen. So, wie man sich institutionalisiertes Lernen hier in Deutschland oft wünscht. Die überragenden PISA-Ergebnisse im Jahr 2002 gaben diesen Konzepten recht. Ein Schulsystem, welches perfekt zu unserem Bild dieses skandinavischen Landes passt:

Tolerenz, Offenheit, Chancengleichheit, Ermöglichung statt Selektion und Unterstützung als tragende Säulen und Erfolgsgaranten dieser Gesellschaft. Warum also dann Lerncoaching als mögliche flächendeckende Maßnahme einführen?

 

Seit 2002 hat sich im Bildungssystem in Schweden einiges getan. Heute ist Schweden im internationalen Vergleich nur noch im unteren Mittelfeld zu finden, Tendenz sinkend. Es hat plötzlich mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie Deutschland schon immer: der Schere zwischen leistungsstarken und -schwachen Schülern wird immer größer. Bildungsherkunft wird immer bedeutsamer für den Schulerfolg. Ist diese Art der Lernkultur also doch nicht richtig?

 

Wenn man genauer hinschaut ist genau das Gegenteil der Fall: Denn das schwedische Bildungssystem wurde einem Wandel unterzogen, der einen negativen Trend einläutete. Freie und private Schulen wurden zugelassen und die freie Schulwahl eingeführt. Auf den ersten Blick ein  begrüßenswerter Weg. Aber: im Laufe der Jahrzehnte entstand so etwas wie eine private Selektion. Eltern schickten ihre Kinder nach und nach nicht mehr in die nächstgelegene Schule, sondern in die, die ihrer Meinung nach den Kinder die besten Chancen ermöglichte. Und das bedeutete oft: gleicher familiärer Hintergrund, gleiche (schwedische) Herkunft, gleicher Bildungsstand der Eltern usw. So tat sich nach und nach die Schere auf, die in der Summe ein Abwärtstrend bedeutet.

 

Und hier soll Lerncoaching als eine Möglichkeit der individuellen Unterstützung seinen Platz finden. Für mich ist die Frage: findet es Anwendung vor allem bei den leistungsstarken Schülern, um sich  noch mehr abzugrenzen oder eher als staatliche Maßnahme für die leistungsschwachen Kinder, um ihnen eine bestmögliche Förderung zu ermöglichen? Ein Lokaltermin vor Ort mit schwedischen Coaches und Trainern wird hier etwas mehr Klarheit schaffen - morgen gehts auf nach Stockholm!

Ich werde berichten ...


Danke fürs Teilen :-)

0 Kommentare