Warum auf meiner Löffelliste nur eine einzige Sache steht

wie aus einer Bucket-List ein Bucket-Point wurde :-)
wie aus einer Bucket-List ein Bucket-Point wurde :-)

 

Besonders zu Jahresbeginn kursieren wieder die Löffellisten und natürlich habe auch ich mich inspirieren lassen, eine zu erstellen - denn ich liebe Listen und habe viele viele Träume und Wünsche.

 

Für all diejenigen, denen die Löffelliste oder Bucketlist nichts sagt: in dem Spielfilm "Das Beste kommt zum Schluss" mit Jack Nicholson und Morgan Freeman erstellen die beiden krebskranken Protagonisten eine Liste, was sie alles noch tun wollen, bevor sie "den Löffel abgeben" (daher auch Löffelliste). Von Fallschirmspringen bis einen bestimmten Kaffee trinken, ist alles mögliche dabei.

 

 

Da wurde die Idee geboren, diese Liste auch als gesunder Mensch zu erstellen, um Träume endlich wahr werden zu lassen, statt das Leben vorbei ziehen zu lassen.  Es geht um Prioritäten setzen und diesen Wünschen endlich höhere Aufmerksamkeit zu schenken, bevor es zu spät ist. 

  

So erstellt man eine Löffelliste

 

Recherchiert man ein bisschen zum Thema Löffelliste, so findet man immer eine ähnliche Vorgehensweise: 100 Dinge sollen aufgeschrieben werden, die man schon immer einmal machen wollte, die man aber immer wieder vor sich hergeschoben hat. Dabei kann einen der Gedanke leiten, was man gerne erlebt, getan haben möchte, wenn man wüsste, dass man nur noch 12 Monate zu leben hat.

 

Das können ganz kleine Sachen sein, wie barfuß durch den Schnee laufen oder größeres wie zum Nordkap fahren. 50 dieser Dinge sollte man dann innerhalb eines Jahres umgesetzt haben. 

  

Was auf meiner Bucketlist übrig blieb

Wie bereits erwähnt: ich dachte, das ist genau das richtige für mich und machte mich ganz schnell daran, eine Löffelliste zu erstellen. Zuerst schrieb ich lauter Städte und Länder auf, die ich unbedingt noch bereisen möchte. Das machte richtig Spaß. Und dann wurde es etwas schwieriger. Mir fiel nicht mehr viel ein. 

 

Also griff ich den Gedanken auf: "Was möchte ich alles erlebt oder getan haben, wenn ich wüsste, dass ich in 12 Monaten tot bin". Doch statt dass der Gedanke hilfreich wäre, erzeugte er genau das Gegenteil - ich begann wieder Punkte von der Liste zu streichen. 

 

Plötzlich hatte ich das Gefühl, als müsste ich unendlich viele Sachen erledigen ohne mir sicher zu sein, dass ich dann wirklich zufriedener und glücklicher auf mein Leben zurückblicken würde. Hätte ich tatsächlich das Gefühl eines erfüllteren Lebens, wenn ich einen Punkt nach dem anderen auf der Liste "abarbeite"? 

 

Natürlich fände ich es toll, Tel Aviv zu sehen oder das Nordkap zu bereisen. Doch würde das mein Leben wirklich reicher machen? Ich begann immer mehr zu zweifeln und anderes rückte in den Vordergrund. Nämlich der schnöde Alltag. Im Angesicht des Todes würde ich viel lieber meinen Alltag in großer Ruhe und Entspanntheit, ja, Langsamkeit und tiefer Zufriedenheit was ist und v.a. umgeben von lieben Menschen verbringen.

 

Und so blieb auf meiner Bucketlist nur ein einziger Punkt übrig: "ich möchte in Frieden mit den Menschen auseinander gehen, die mir wichtig sind". Alles andere ist für mich im Grunde völlig nebensächlich. 

 

Dennoch macht so eine Liste Spaß: wenn sie keine Zahl (100), keinen Zeitpunkt (in 12 Monaten) und v.a. kein Ziel (50 davon innerhalb eines Jahres erledigen) vorgibt. Sondern kontinuierlich erstellt wird. Dann erfülle ich mir spontan und wann ich gerade Zeit, Lust und Gelegenheit habe, diese Wünsche. 

 

Das fühlt sich sehr gut an.  Aus der eigentlichen Bucketlist wurde also ein Bucketpoint :-). 

 

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