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KI: Virtuelle Lernbuddies in Null Kommanix erstellen? Pustekuchen!

Lena war eine schwere Geburt - aber nun ist sie online :-)
Lena war eine schwere Geburt - aber nun ist sie online :-)

  

Dieser Artikel ist in Teilen Schnee von gestern denn ca. 3 Stunden nach Erscheinen bekam ich den entscheidenden Tipp für ein Tool, das Nullkommanix-Potenzial hat. Kannst du hier nachlesen und das Ergebnis anschauen. Doch zurück zum Original-Artikel:

 

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Ich stellte es mir so wunderbar vor: innerhalb von wenigen Minuten dank KI virtuelle Lernbuddies erstellen.

 

Die Realität sah leider ganz anders aus. Bis ich letztlich Lena und Lenny ins Leben gerufen und in der Lerncoach-Ausbildung platziert hatte, hat es ca. 10 lange Stunden gedauert. 1,5-2 Stunden davon nahm die Produktion ein, mindestens 8 Stunden das Herumprobieren.

 

Warum ich Kunstfiguren als Lernbuddies einsetze

🎯 Das war mein Anliegen: in den Flipped Learning Seminaren gibt es auch asynchrone Lerneinheiten, in denen die Teilnehmenden sehr selbstbestimmt lernen. Für die einen bedeutet das viel positive Freiheit, für andere ist das eine große Herausforderung.

 

Für diese zweite Gruppe wollte ich Lernbuddies an die Seite stellen, die Tipps für das selbstorganisierte Lernen geben. Mir war wichtig, dass diese Tipps nicht von mir kommen, sondern von Kunstfiguren, die auch als solches erkennbar sind.

 

Denn ich möchte keine Ratschläge von Profis verteilen - die womöglich von "oben herab" wirken, sondern die Anmutung von Noviz:innen erschaffen, mit denen man sich identifizieren kann. Ob das gelungen ist, wird mir die Seminargruppe ab September hoffentlich zurückmelden.

 

Zugleich wollte ich auch nichts vortäuschen, also keine menschlichen Figuren kreieren, von denen man nicht sagen kann, ob sie echt sind oder nicht.

Was ich mir von einem KI Tool erhoffte

Mein naiver Gedanke war: ich formuliere mehrere kurze Texte, kopiere diese in ein geniales KI Tool und heraus kommt in ein paar Minuten ein tolles, fertiges Video.

 

Zum Glück kenne ich eine wahre KI-Expertin, nämlich Sandra Mareike Lang, in deren Skool-KI-Gruppe ich bin. Von ihr bekam ich den Tipp, Synthesia zu nutzen. Was ich dann auch gleich tat.

 

Das Test-Ergebnis (für das ich ca. 1h gebraucht habe) könnt ihr hier anschauen - naja ..., ich denke, wir alle sind der gleichen Meinung: "ausbaufähig" - abgesehen davon, dass die Dame wie ein echter Mensch wirkt und die Texteinblendungen natürlich nicht passen. Dafür habe ich den tollen Begriff "Lernkoch-Ausbildung" kredenzt bekommen :-)).

 

Was alles nicht funktionierte

Ich habe mind. 8 Video KI Tools (Synthesia, Veedo, elai, inVideo, ...) ausprobiert und keines davon hat sich als brauchbar erwiesen. 

 

Irgendetwas passte bei jedem Tool nicht, z.B.

  • die Stimmen sind furchtbar
  • es gibt keine virtuell aussehenden Figuren
  • wenn, dann sahen die Figuren gruselig aus
  • die kostenlose Testversion ist völlig unbrauchbar
  • die Vollversion ist zu teuer
  • der Text bzw. einzelne Worte werden nicht verstanden
  • das Vortragen des Textes klingt blechern und ist oft falsch
  • ich hätte die KI aufwändig trainieren müssen
  • das Verlinken des Videos klappt auch in bezahlten Versionen nicht
  • das Einbetten funktioniert im Online-Seminarhaus nicht richtig
  • ... usw. 

Meine selbst gestrickte Lösung

Schließlich verließen mich Lust und Zeit - und ich griff auf eine hemdsärmelige Lösung zurück:

  1. bei zoom zwei Avatare (Lena und Lenny) kreieren (Zeitinvest: 6min)
  2. mit meiner Stimme den Text sprechen und aufzeichnen (Zeitinvest: 20min für 10 kurze Clips)
  3. dem von zoom automatisch generierten Audiofile mit dem KI-Tool MyEdit eine neue Stimme geben (Zeitinvest: ca. 20min - bis ich eine passende Stimme gefunden habe, dauerte es ca. 30min)
  4. in iMovie (Mac Video Bearbeitungsprogramm) dem Video die neue Tonspur hinzufügen (Zeitinvest: ca. 20min)
  5. exportieren und in das Seminar integrieren (ca. 20min)

Lenny und Lena stellen sich kurz selbst vor

Unsere beiden Lernbuddies stellen sich hier kurz selbst vor, bitte einfach auf das Bild klicken. Hoffe, ihr könnt die Videos sehen ... das System spinnt grad ein bisschen.

  

Lena, Lehrerin und Lerncoach an Schule
Lena, Lehrerin und Lerncoach an Schule
Lenny, der Unternehmens-Lerncoach
Lenny, der Unternehmens-Lerncoach

 

Vielleicht fragst du dich: "warum hören die sich denn so komisch an?" Ganz einfach, weil ganz viele der KI-Tools, die ein Audiofile in eine andere Stimme verwandeln, keine deutsche Stimme anbieten. Und wenn, dann sind die so schlecht, dass es fast schon wieder lustig ist.

 

Ich bin zwar sicher, irgendwo in den Untiefen des www würde ich auch ein gutes, bezahlbares Tool mit deutschen Stimmen finden, das auch meinen anderen Vorgaben entspricht  - aber wie gesagt: ich hatte irgendwann keinen Nerv mehr.

 

Also: Lena und Lenny sprechen normalerweise nur englisch. Vor diesem Hintergrund finde ich, dass ihr kleiner Akzent geradezu charmant ist und wir wissen ja: das Imperfekte schafft Nähe und Zugänglichkeit. Außerdem sind unsere Teilnehmenden ja auch multikulturell und divers.

 

🎉 In jeder Unit geben Lena oder Lenny ab jetzt Tipps für selbstorganisiertes und selbstbestimmtes Lernen. Und ich mag sie schon jetzt echt gern 😍.

Fazit

Ich habe in diesen Stunden sehr viel gelernt. Was alles möglich ist und was nicht. Wo die Chancen und die Tücken liegen. Und ich bin überzeugt, dass es bald ein Tool gibt, das genau das hält, was ich mir verspreche. Kennst du es womöglich schon? Dann wäre ich dir sehr dankbar, wenn du es mir im Kommentar verrätst. Bis dahin verwende ich einfach diese Variante. 

 

Und ich werde weiterhin dies und das ausprobieren - ohne Anspruch darauf, dass alles gleich so gelingt, wie ich es mir wünsche. Ich habe mir jede Woche 2h KI-Experimentierzeit einkalkuliert - das muss reichen. Mehr ist derzeit leider nicht drin.

 

Wenn du magst, halte ich dich auf dem Laufenden, wie genau ich KI in meinen Arbeitsalltag einsetze

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