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Das jähe Ende einer CoLearning Lernreise - 2. und letzter Teil

besser rechtzeitig einen Stop einlegen, statt sich quälen
besser rechtzeitig einen Stop einlegen, statt sich quälen

 

 

Im März 2023 haben wir im Dreier Team (Heike, Matthias und ich) einen Lernzirkel gebildet, um uns das Thema Positive Psychologie zu erarbeiten. Basis war ein eLearning-Kurs, flankiert von einigen anderen Lernquellen.

 

Wir wählten eine kooperative Lernform, d.h. jede:r übernimmt einen definierten Teil und bringt ihn den anderen nahe, erstellt Übungen und initiiert Austausch. Dann nehmen wir uns den nächsten Abschnitt vor. So war der Plan.

 

6 Monate und ganze 2 Treffen später haben wir das Lern-Projekt beendet - es hat für uns nicht funktioniert, die Gründe dafür sind vielfältig.

Kein Grund: die Lerngruppe :-)

Wir haben uns nicht zerstritten oder nicht mehr verstanden, sondern sind nur im gleichen Moment zu dem Entschluss gekommen, dass die Luft irgendwie raus ist und wir lieber nicht weitermachen wollen. Auch das ist schön zu erleben, dass ein Ende sehr unkompliziert und ohne Stress kommen kann. Dafür (und für noch viel mehr) ein dickes Danke an die Mitlernenden Heike und Matthias.

 

Grund 1: nicht passende Struktur

Dem Umstand geschuldet, dass wir alle drei Selbständige sind und ein bewegtes Leben neben dem Beruf haben, konnten wir keine fixen Termine über einen längeren Zeitrahmen planen - oder glaubten dies zumindest. So haben wir uns von Termin zu Termin verabredet, immer wieder verschoben und es kam nur zu zwei weit auseinander liegenden Treffen. Daher konnten wir nie recht Fahrt aufnehmen.

 

Besser: Das Projekt in kleinen Etappen planen. z.B. 4 fixe Termine mit max. 1 Woche Abstand. 

Grund 2: das Thema ist zu groß

Im Nachhinein denke ich mir: waren wir wahnsinnig, uns so ein großes Thema vorzunehmen? Haha, hinterher ist man immer klüger. Zum Glück. Wir haben uns ja die Positive Psychologie vorgenommen - dazu gibt es 3-wöchige Vollzeit Ausbildungen oder ganze Studiengänge.

 

Besser: einen Ausschnitt herausnehmen, damit beginnen und dann entscheiden, ob ein nächstes Stück interessant ist. Oder für eine konkrete Anwendung / Umsetzung gemeinsam lernen. 

Grund 3: die Haupt-Lernquelle war schlecht

Wir haben als hauptsächliche Lernquelle einen reinen Selbstlernkurs von "Wohlfühlkurse" genommen, weil ich über den zufällig gestolpert bin und von den Inhalten her umfassend und passend fand. Dass er nur aus PDFs (oder vorgelesenen PDFs) bestand, hat nicht gerade Lust gemacht, sich näher damit zu beschäftigen. Er war unsinnlich und unsäglich schlecht aus dem englischen übersetzt. Dass wir weitere Quellen wie z.B. Videos von Dr. Nico Rose nutzten, machte es irgendwie auch nicht besser.

 

Besser: sich Zeit nehmen für eine gut kuratierte Auswahl von vielfältigen Lernquellen: Podcasts, Videos, Skripte, Bücher ... auf die man Lust hat.

Grund 4: das Thema an sich hat kein Feuer entfacht

Wir waren alle 3  an dem Thema Positive Psychologie wirklich interessiert, weil es uns im Trainings-, Führungs- und Coachingkontext immer wieder über den Weg lief. Auch ein Präsenz-Einführungsseminar vor einigen Jahren ließ Potenzial vermuten. Doch als wir tiefer einstiegen, versiegte die Lust an der Eroberung dieses Konzeptes. Es wurde kein Feuer entfacht, es war kein starker Wille da, mehr darüber zu erfahren. 

 

Besser: Zeit investieren, um die Attraktivität des Themas genau unter die Lupe zu nehmen. Vielleicht hätte eine einfache Skalenabfrage 1 (gar nicht interessiert) bis 10 (extrem interessiert) schon geholfen. Unser Repertoire an Methoden für diese Frage wäre ja eigentlich riesig - nur blieb es ungenutzt.

Fazit: besser planen und vorbereiten

Die Lerngruppe ist super und der CoLearning Gedanke ist nach wie vor sehr attraktiv. Aber die Umsetzung war nicht gut durchdacht. Daher nehme ich mit: einfach besser vorbereiten, was Termine, Dauer, Thema, Lernquellen und Inhalte angeht. Und die Methoden, die wir bei anderen einsetzen, auch bei uns selbst nutzen 😊. 


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